"Katz-und-Maus-Spiel" am Bahnhof Linz

Oft reicht die Präsenz des ÖBB-Sicherheitspersonals aus, um brenzlige Situationen am Bahnhof zu entschärfen.
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Mittwoch, 16.15 Uhr, Linzer Hauptbahnhof: Menschen strömen von der Straßenbahn zum Busbahnhof und den Bahnsteigen. Benjaya Abdelaziz und Hans Peter Nussbaumer bahnen sich in orangen Warnwesten ihren Weg durch die Menge. Die beiden sind Security-Mitarbeiter am Linzer Bahnhof und am Weg Richtung Bahnsteig 21. Dort fahren zwischen dem Aufgang von der Bahnhofshalle und Busbahnhof die Lokalbahnen ab. Der Platz ist allabendlicher Treffpunkt bei Jugendlichen. Auch an diesem kalten und verregneten Nachmittag steht hier eine Gruppe junger Männer beisammen. Sie rauchen Zigaretten oder trinken Bier. „Ich komme jeden Tag nach der Arbeit her, um Leute zu treffen“, sagt einer der Männer. Die Securitys weisen einen Hundehalter auf die Maulkorbpflicht hin. Rasch beginnt eine Diskussion mit den Securitys. In dem Moment, wo es lauter wird, treffen zufällig sechs Polizisten ein. Rasch löst sich die Gruppe auf. Die Sicherheitsmitarbeiter werden am Funk unterbrochen. Ein Kollege bittet um Unterstützung. In einem Lokal gibt es Beschwerden über zwei junge bettelnde Frauen. Am Weg dorthin winkt eine der Reinigungskräfte bei den Toiletten um Hilfe. Eine offenbar psychisch beeinträchtige Frau hat sich auf der Damentoilette eingeschlossen. Im selben Augenblick eilt ein junger Mann Richtung Bahnsteig 21. "Die Polizei ist schon wieder weg“, ruft er aufgeregt in sein Handy. Oft ist es ein Katz-und-Maus-Spiel das hier am Bahnhof gespielt wird. Personen werden vom Bahnhofsareal weggewiesen, fünfzehn Minuten später tauchen sie an einer anderen Ecke wieder auf.

Bodycams im Einsatz

Wer sich am Bahnhof ungebührlich benimmt, verstößt gegen die geltende Hausordnung. Der Aufenthalt Betrunkener ist ebenfalls verboten (siehe Kasten). Wenn Personen zum Verlassen des Areals aufgefordert werden, dann seien Ruhe und ein gewisser Respekt wichtig, so Abdelaziz. An der Eingangstür endet das Einsatzgebiet der ÖBB-Sicherheitsmitarbeiter. Auch handgreiflich werden darf das Security-Personal nicht. In brenzligen Situationen wird auf den Einsatz ihrer „Bodycams“ gesetzt. Die am Körper getragenen Kameras nehmen im Bedarfsfall Videos ohne Ton auf. "Aus Datenschutzgründen weisen wir auf die laufende Kamera hin. Läuft die Aufnahme einmal, beruhigt sich die Lage meist schnell“, erklärt Nussbaumer.

Mehr Maßnahmen geplant

ÖBB OÖ-Pressesprecher Karl Leitner lobt die gute Zusammenarbeit von ÖBB und Polizei. Gemeinsam werden Rundgänge am Areal absolviert. Bald sollen bauliche Maßnahmen am Ausgang Kärntner Straße das Sicherheitsgefühl weiter erhöhen. Insgesamt übernehmen zehn ÖBB-Sicherheitsmitarbeiter jeweils Zwölf-Stunden-Schichten. Sie werden zusätzlich von zehn mobilen Kollegen unterstützt. Auch eine Hundestreife ist fast täglich im Einsatz. Daneben hilft das Personal bei medizinischen Notfällen. Fahrgäste werden auf Wunsch zum Bahngleis oder Taxistand gebracht oder wird Hilfe beim Tragen von Gepäckstücken geleistet.

Oft reicht die Präsenz des ÖBB-Sicherheitspersonals aus, um brenzlige Situationen am Bahnhof zu entschärfen.
Derzeit gestaltet sich die Lage am Hauptbahnhof eher ruhig. Das ist auch Verdienst des ÖBB-Sicherheitspersonals.

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