Lebensmittel: Teilen statt wegwerfen

Der so genannte „Fair-Teiler“, in dem die Lebensmittel gelagert werden, ist von Montag bis Freitag von 8 bis 21.30 Uhr auch für Passanten frei zugänglich.
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  • Der so genannte „Fair-Teiler“, in dem die Lebensmittel gelagert werden, ist von Montag bis Freitag von 8 bis 21.30 Uhr auch für Passanten frei zugänglich.
  • Foto: Caritas
  • hochgeladen von Nina Meißl

Das Pädagogen-Team des Caritas-Wohnheims setzt sich gegen Lebensmittelverschwendung ein. Die Mitarbeiter "retten" ungewollte Lebensmittel, die im Müll landen würden, und bieten sie in einem eigenen Kühlschrank im Haus zur freien Entnahme an. Die Idee, einen sogenannten "Fair-Teiler" zu installieren, stammt von Cornelia Stöbich, Jürgen Köck und Nicole Kastler. „Über meine Cousine Martina Kastler habe ich die foodsharing-Plattform kennen gelernt. Sie ist in Linz ein Mitglied der ersten Stunde und mit mehr als 112 weiteren Mitgliedern ehrenamtlich als ,Lebensmittelretter’ (foodsaver) im Einsatz“, sagt Nicole Kastler.

Foodsaver im Einsatz

Die foodsaver holen im Raum Linz bei Lebensmittel-Betrieben, Bäckereien, Landwirten und Restaurants überproduzierte oder ungewollte Produkte ab und befüllen mit diesen die „Fair-Teiler“ in Linz, wo jeder kostenlos zugreifen kann. Über die Plattform werden die Sammel- und Verteildienste der foodsaver koordiniert. Die drei Caritas-Mitarbeiter zählen seit kurzem auch dazu. „Nach einem Aufnahme-Quiz, bei dem die Organisation vor allem darauf schaut, dass man die Idee der Lebensmittelrettung verstanden hat und vor allem auch pünktlich und verlässlich ist, holen wir jetzt auch regelmäßig Lebensmittel ab und verteilen sie weiter“, erzählen die drei Pädagogen.

In Linz sind es derzeit zwölf Betriebe, die von den foodsavern vor Ort regelmäßig abgeklappert werden. „Unser Ziel im Wohnheim ist es, den Kühlschrank zwei bis drei Mal pro Woche neu zu befüllen. Zu unseren Aufgaben gehört es außerdem, den Kühlschrank in Ordnung zu halten, damit nichts schlecht wird. Bei 180 jungen Menschen in Ausbildung, die im Wohnheim leben, den Eltern von den Hortkindern, die regelmäßig kommen, und natürlich den Passanten sollten eigentlich genügend Abnehmer vorhanden sein“, ist Nicole Kastler optimistisch.

Lerneffekt für Jugendliche

Wohnheim-Leiter Franz Höglinger begrüßt die Initiative: „Die Probewoche vor Weihnachten ist gut gelaufen. Nach den Ferien im Jänner starten wir nun ganz offiziell durch." Wegweiser an der Haustür in der Baumbachstraße 28 sind schon montiert und sollen auch vorbeikommende Passanten auf den Fair-Teiler aufmerksam machen. Mittels Mundpropaganda hofft Höglinger, dass es viele weitere Menschen gibt, die hier zugreifen, um die Lebensmittelverschwendung zu stoppen. Die Aktion hat natürlich auch einen pädagogischen Hintergrund: „Wir wollen unseren jungen Bewohnern vermitteln, dass mit Ablaufdatum ein Produkt nicht automatisch verdorben ist und im Müll landen muss“, sagt Cornelia Stöbich. Deshalb lädt die Pädagogin die Jugendlichen einmal pro Woche zum gemeinschaftlichen Kochabend ein, wo aus den Zutaten im Fair-Teiler leckere Gerichte, Pestos oder Smoothies werden.

Der so genannte „Fair-Teiler“, in dem die Lebensmittel gelagert werden, ist von Montag bis Freitag von 8 bis 21.30 Uhr auch für Passanten frei zugänglich.
Die Pädagogen des Caritas-Jugendwohnheims haben den "Fair-Teiler" installiert.

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