Linz wird bis 2016 zur Fairtrade-Stadt

Damit diese Kinder im Senegal zur Schule gehen können, brauchen ihre Eltern existenzsichernde Löhne.
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  • Damit diese Kinder im Senegal zur Schule gehen können, brauchen ihre Eltern existenzsichernde Löhne.
  • Foto: Stefan Lechner
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„Linz ist ein fruchtbarer Boden für Nachhaltigkeit. Die Leute sind sehr engagiert, sonst würden nicht immer wieder Konsumenten bei uns anrufen, die sich über Gütesiegel bei Kleidung informieren“, sagt Nora Niemetz, Projektmanagerin von TriNet Global, dem Begleitprojekt, das die Stadt Linz bei der Zertifizierung als Fairtrade-Stadt unterstützt. Bis zum Projektende im Dezember 2015 braucht es allerdings noch viele Schritte: Schon Ende 2013 soll im Magistrat eine Arbeitsgruppe installiert werden, die in der Stadt verschiedene Maßnahmen plant und umsetzt. Schulen, gemeinnützige Organisationen und die Stadt sollen, wann immer es möglich ist, Fairtrade-Produkte verwenden. „Auch T-Shirts für den Linz-Marathon könnten aus GOTS-zertifizierter Baumwolle gewebt sein“, sagt Niemetz.

Was kann man fair kaufen?

Um eine faire öffentliche Beschaffung in den verschiedensten Bereichen zu sichern, sind noch weitere Maßnahmen geplant: Workshops, Seminare oder ein Shoppingguide sollen die Bevölkerung sensibilisieren. Schon im März 2014 soll dieser Einkaufsführer erscheinen. Inhalt: Wo können fair gehandelte Bekleidung, Lebensmittel, touristische Angebote und Spielsachen gekauft werden? Um sich als Fairtrade-Stadt zu zertifizieren sind außerdem Medienberichte und Veranstaltungen notwendig, die in der Bevölkerung mehr Verständnis für Fairtrade schaffen, wie beispielsweise die Ausstellung „Fairer Handel“, die Anfang November unter anderem im Landesdienstleistungszentrum zu sehen sein wird. Da es für das Begleitprojekt TriNet Global bereits einen Gemeinderatsbeschluss gibt, fehlt nun nur noch eine Resolution, mit der sich die Stadt offiziell verpflichtet, Fairtrade-Produkte zu unterstützen. Weitere Infos unter:
- www.fair-handeln.at
- www.suedwind-agentur.at
- trinet-global.eu

Und noch ein bisschen Meinung:

Gewerkschaften helfen hier nicht
Graz ist schon seit 2011 zertifizierte Fairtrade-Stadt. Linz macht sich auf den Weg dahin. Endlich. Denn es geht uns in Österreich gut. Und das zum Teil auf Kosten von Entwicklungsländern. Gesundheitsgefährdende Jobs, für die Erwachsene und oft auch Kinder jeden Tag stundenlang schuften müssen, sind an der Tagesordnung. Sei es, dass Bananen und Kaffee mit hochtoxischen Pflanzenschutzmitteln besprüht werden – ohne dass es Schutzanzüge für die Arbeiter gibt. Oder dass Kinder in Minen giftige Erze abbauen, damit wir günstige Mobiltelefone bekommen. Sich zur Wehr zu setzen, wenn man gar nichts besitzt, fällt schwer. Gewerkschaften etablieren sich erst langsam. Deswegen sollten die reichen Länder endlich Verantwortung übernehmen und für Produkte wie Kaffee, Kakao, Tee, Baumwolle, Reis und frische Früchte faire Preise bezahlen.

Damit diese Kinder im Senegal zur Schule gehen können, brauchen ihre Eltern existenzsichernde Löhne.
Das Gütesiegel stellt sicher, dass damit gekennzeichnete Produkte (800 verschiedene in Österreich!) den festgelegten sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards entsprechen und deren Einhaltung kontrolliert wird. Mehr: 
www.fairtrade.at
Autor:

Gabriele Hametner aus Linz

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