10 Jahre danach
Linz09 hat das Image der Stadt verändert

Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr wird Bilanz gezogen.
  • Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr wird Bilanz gezogen.
  • Foto: Stadt Linz
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

LINZ. Was von der Aufbruchstimmung übrig blieb: Bürgermeister, Stadträtin und freie Szene ziehen Bilanz.

"2019 ist Linz ein Kulturplayer auf absolut europäischem Niveau", bekräftigt Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer die positiven Nachwirkungen des Kulturhauptstadtjahres im Rahmen der Präsentation des Kulturprogramms für 2019. Highlights daraus: die neue Ausstellung im AEC ab Mai, zahlreiche Jubiläumsveranstaltungen und Linz_FMR, ein neues, biennales Festival für digitale Kunst im öffentlichen Raum. Sie stehe außerdem für "Optimismus, nicht Pessimismus", wird gleich zu Beginn klargestellt und damit unmissverständlich auf die tags zuvor gehaltene, separate Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger zum selben Thema angespielt.

Gut für Image - schlecht für Budget

Dieser schätzt zwar die Neupositionierung der Stadt als "second city", den positiven Imagewandel und die 2009 zahlreich geschaffenen baulichen Maßnahmen. Kritik übt Luger allerdings an der fehlenden Nachhaltigkeit und dem nicht ausreichend vorhandenen langfristigen Kooperationsgedanken zwischen Stadt, Land und Bund. Die Kündigung des Theatervertrages sei nach dem Rückzug des Landes aus der Finanzierung der dringend notwendigen Neugestaltung der Dauerausstellung im Ars Electronica Center in Höhe von vier Millionen Euro laut Luger "unumgänglich" geworden. Auch den Bund will er in die Pflicht nehmen und "in Wien lästig sein". Gegenüber den Initiativen aus der freien Szene drückt der Bürgermeister sein Bedauern aus und bezeichnet diese als "überproportional Leidtragende" aufgrund der Budgetkürzungen des Landes. 

Wenig kulturelle Nachhaltigkeit

Um die Erfahrungen des Kulturhauptstadtjahres aus Sicht der freien Kulturinitiativen aus erster Hand zu hören, wandte sich eine Gruppe niederösterreichischer Kulturschaffender an die Kulturplattform OÖ (Kupf). Denn St. Pölten macht sich große Hoffnungen auf den Titel in fünf Jahren. Beim Austausch in Linz diese Woche wurden klare Worte gefunden. Regionale Kulturinitiativen sollten sich wenig Hoffnungen auf nachhaltige Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen machen, sind sich die Linzer Kulturexperten einig. Kulturhauptstadt sei "keinesfalls ein Garant für kulturelle Nachhaltigkeit", so die stv. Kupf-Geschäftsführerin Verena Humer. Die finanziellen Mittel würden hauptsächlich zur internationalen, touristischen Neupositionierung der Städte verwendet. Gleichzeitig möchte sie die St. Pöltener jedoch ermutigen, sich im Fall der Zusage "lautstark für Transparenz, Bürgerbeteiligung und kritisches Kulturschaffen einzusetzen".

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