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Mühlviertler Bauernbuam im Exil in Linz

Als "Langhosade" besteht die typische Tracht aus schwarzer Stoffhose und geblümter Samtweste.
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  • Als "Langhosade" besteht die typische Tracht aus schwarzer Stoffhose und geblümter Samtweste.
  • Foto: Altstädter Bauerngmoa
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

Der Trachtenverein "Altstädter Bauerngmoa" versucht seit mehr als hundert Jahren die Mühlviertler Traditionen auch in der Landeshauptstadt am Leben zu erhalten und neues Brauchtum zu etablieren.

LINZ. Entstanden aus einem Stammtisch von in Linz arbeitenden Mühlviertlern, gründete sich 1912 der Trachten- und Brauchtumsverein "Altstädter Bauerngmoa" der bis heute besteht. Damals wie heute ging es um Gemeinschaft und das Bewahren von Traditionen, wie dem "Mühlviertler Landler". Rund hundert Mitglieder zählt der Verein aktuell. "Wir kämpfen allerdings, wie jeder Verein heutzutage, mit Nachwuchsproblemen", bedauert Obmann Alfred Läpple, "die Jugend interessiert sich nicht mehr dafür und die derzeit aktiven Mitglieder werden langsam zu alt".

Wir sind die "Langhosaden"

Getragen wird bei den "Altstädtern" zu den verschiedenen Anlässen immer noch Mühlviertler Tracht. Die Herren kleiden sich in lange schwarze Hosen. "Kurze Lederhosen haben bei uns nichts verloren. Wir sind die 'Langhosaden'", erklärt Läpple. Dazu gehört ein einfaches, weißes Baumwollhemd und eine schwarze Bümelsamtweste. Darüber ein schwarzer Tuchrock mit fünf Knöpfen. Ein schwarzer Hut muss ebenfalls sein.

Die Damen haben mehr Auswahl. Je nach Kopfbedeckung – Goldhaube, Perlhaube oder Schwalbenschwanzkopftuch werden unterschiedliche zweiteilige Kleider kombiniert. Zur Goldhaube darf auf keinen Fall eine Schürze getragen werden. Oder man trägt auf ein Dirndl zurück - genauer gesagt eine Freistädter Festtagstracht in grün-rosa.

Eigene und fremde Bräuche

Bekannt ist die "Altstädter Bauerngmoa" vor allem für ihre Auftritte am 1. Jänner vor dem Linzer Landhaus. Beim Neujahrsschnalzen werden mit langen geflochtenen Peitschen lautstark die bösen Wintergeister ausgetrieben. Seit 1925 übernimmt der Verein diese Aufgabe. Ursprünglich stammt der Brauch allerdings aus dem Salzburger Land und wurde von den Mühlviertlern kurzerhand ins eigene Repertoire übernommen. Mittlerweile gehört er seit rund neunzig Jahren zu den wenigen "Linzer Traditionen". Dass diese sich verändern können sieht man daran, dass bei den "Altstädtern" mittlerweile auch Mädchen die Peitsche schwingen dürfen. "Wir mussten mit der Zeit gehen", bestätigt der Vereinsobmann Alfred Läpple.

Gemeinschaft und Traditionen pflegen

Besonders wichtig im Vereinsleben sind neben dem Schnalzen auch gemeinsame Aktivitäten und der Austausch mit anderen Vereinen im Jahreskreis. Zu Ostern werden traditionelle Palmbuschen gebunden, beim Emmausgang eine befreundete Gemeinde besucht und Mutter- und Vatertag gemeinsam gefeiert. Ein großes Sonnwendfeuer am Steinmetzplatzl in Urfahr gehörte bis 2015 auch zu den Fixpunkten. "Als das Gasthaus Goldenes Schiff geschlossen hat, hatten wir keinen Platz mehr für unsere Feier", bedauert Läpple. Schade ist es auch um den "Mühlviertler Ball". Die größte Veranstaltung die der Verein einmal pro Jahr auf die Beine stellte fand zum 100-jährigen Jubiläum zum letzten Mal statt. Auch hier laut Läpple "zu wenig Leut' interessiert das in Linz".

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktivitäten HIER.

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