Old Shatterhand zu Besuch in Linz

Grabmal von Susi Wallner auf dem Barbarafriedhof.
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  • Grabmal von Susi Wallner auf dem Barbarafriedhof.
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Wussten Sie, dass Karl May gleich zweimal in Linz war? Der Grund für seinen zweiten Besuch im Jahre 1902 war ein handfester Geschäftsstreit. Der Linzer Fotograf Adolf Nunwarz hatte Aufnahmen des Autors in Zivil sowie in den Kostümen Old Shatterhands und Kara Ben Nemsis gemacht. Über die Vermarktung und die Aufteilung des Gewinns gab es aber immer wieder Streit. Als es zum endgültigen Bruch zwischen den beiden kam, fuhr May erneut nach Linz und versenkte alle Negativplatten in der Donau. Eine Gedenktafel an der Villa Nunwarz in Alt-Urfahr erinnert an das skurrile Ereignis. Sie ist eines von mehr als 650 Denkmälern in Linz, denkmalgeschützte Gebäude mitgezählt.

Gedächtnisstützen

Meist erinnern sie an bedeutende Ereignisse oder Persönlichkeiten, wie die Begriffsgeschichte verrät. So taucht das Wort erstmals bei Luther auf, wo es die Bedeutung „Gedächtnisstütze“ hat. Einige Denkmäler kennt jedes Kind, wie die Pestsäule auf dem Hauptplatz oder die beeindruckenden Kunstwerke des Forum Metall auf der Donaulände. Viele andere hingegen kann man getrost als "Geheimtipps" bezeichnen. So wissen wenige, dass Linz noch eine zweite Pestsäule hat. Sie steht neben der Bushaltestelle auf dem Auerspergplatz. Ein besonders spannendes Denkmal befindet sich in der Neuen Heimat. Am Ende des Vogelfängerweges steht etwas verborgen ein Pyramidenstumpf auf einem quadratischen Granitsockel. Die Inschrift ist auf den ersten Blick rätselhaft: "Westlicher Endpunkt der im Jahre 1871 gemessenen Grundlinie". Bei der Linie geht es um nichts weniger als die Vermessung Österreichs. Ihr östlicher Endpunkt ist in Kleinmünchen, die sich ergebende Linie eine von drei in Österreich. Sie dienten der Landvermessung und der Erstellung von Landkarten. Mittels Triangulierung wurden Dreiecke aufgetragen und weitere Vermessungspunkte festgelegt. Im Volksmund wird der Ort deshalb auch "Weltmittelpunkt" genannt.

Hotspot Barbarafriedhof

Ein regelrechter Hotspot der Erinnerung ist der Barbarafriedhof. Hier liegen nicht nur viele Bürgermeister, sondern auch der "Weltstar" Adalbert Stifter begraben. Zu entdecken gibt es aber noch mehr. Ein wenig beachtetes Grabmal erinnert etwa an die Linzer Heimatdichterin Susi Wallner, die ab 1890 begann, für Linzer Zeitungen zu schreiben. Bis zu ihrem Tod 1944 waren von ihr acht Bücher und mehr als tausend Feuilletons und Skizzen erschienen. Jedes Jahr kommen in Linz neue Denkmäler hinzu. Seit 2004 ziert eine Kreisanlage mit neun "Findlingen" die Grünanlage vor dem Kepler Universitätsklinikum, die an die berühmten Steinkreise in Stonehenge erinnert. Viele Gründe also, um mit offenen Augen durch Linz zu gehen.


Zur Sache


Tag des Denkmals
2018 steht der Tag des Denkmals am 30. September unter dem Motto „Schätze teilen – Europäisches Kulturerbejahr“. Österreichweit können 294 Eventorte größtenteils bei freiem Eintritt und unter fachkundiger Führung besucht und erlebt werden. In Linz gibt es unter anderem eine Stadtführung zum Thema „100 Jahre Republik“ mit Casimir Paltinger. Alle Infos gibt’s unter tagdesdenkmals.at

Denkmal-Datenbank
Für einen Überblick über Denkmäler in Linz findet man unter linz.gv.at/archiv/denkmal eine große Auswahl an Bauten, Denkmälern und Skulpturen, Gedenkstätten und -tafeln, Brunnen, Kirchen, Wohn- und Geschäftsgebäuden, die im öffentlichen Raum, von der Straße aus sichtbar sind. Die Datenbank kann nach Kategorien und Stadtteilen durchstöbert werden.

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