Plakatwirbel: Miss OÖ ist sauer, FPÖ wehrt sich gegen "Schwachsinn"

Die kopflose Vize Miss OÖ bleibt weiter hängen.
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  • hochgeladen von Christian Diabl

Nach der Miss Austria Corporation haben sich auch die Organisatorinnen der Miss OÖ Nicole Kern und Janin Baumann, die das Model Diana Seyr vermittelt haben, von der FPÖ-Kampagne distanziert.

Hauruck-Aktion

Im Gespräch mit der StadtRundschau erzählt Baumann, wie es aus ihrer Sicht zu der Misere gekommen ist. Üblicherweise wird ein Vertrag abgeschlossen, der Auftraggeber wäre also klar ersichtlich gewesen. Weil Baumann aber Christian Deutinger, ihr Gegenüber im Büro des Vizebürgermeisters, persönlich kennt, wurde der Auftrag informell per WhatsApp ausgemacht – eine "Hauruck-Aktion". Baumann weiter: "Ich bin schon ziemlich sauer, weil das ganze jetzt auf dem Rücken von Diana ausgetragen wird." Am meisten ärgere sie sich aber über sich selber. "Diana ist ein junges Mädel und hätte geschützt gehört", so Baumann. Dass der Name auf der Webseite der FPÖ-Kampagne steht, wäre so nicht vereinbart gewesen. Zur Erinnerung: Auf der Webseite wird das Model als Testimonial gezeigt, mit einer Kurzbio und einem Zitat.

"So ein Schwachsinn"

Ganz anders sieht das der angesprochene Deutinger. Es wäre immer klar erkennbar gewesen, dass die Kampagne über die FPÖ Linz laufe. Der Kinospot wurde sogar in den Büroräumlichkeiten der FPÖ gedreht. Auch der Text für die Webseite mit dem Statement von Seyr wäre dieser vorher zugeschickt und von ihr "abgesegnet" worden. Die Vorwürfe, das Model wäre getäuscht worden, seien "Schwachsinn".

Anfrage kam von Regierungsbüro

Zuvor hatten die Organisatorinnen der Miss Oberösterreich-Wahl, Kern und Baumann, schon auf ihrer Facebook-Seite Stellung genommen. Dort schreiben sie, die Anfrage wäre von einem Regierungsbüro gekommen und hätte vorweg nichts mit einer Partei zu tun gehabt. So wurde die Anfrage auch an Seyr weitergegeben. "Es war ein Modeljob und hat nichts mit einer politischen Meinung zu tun, weder der von Diana Seyr noch mit unserer als Miss Oö Corporation", heißt es in dem Posting.

Miss Austria Corporation und Model distanzieren sich

In einer Aussendung der Miss Austria Corporation wird die auf dem Plakat abgebildete Seyr zitiert: "Als Vize Miss Oberösterreich war ich begeistert, als man mir die Möglichkeit bot für die Hauptstadt meines wunderschönen Bundeslandes zu werben. Dass so etwas dabei heraus kam, damit hab ich nicht gerechnet." Keinesfalls würde sie jemals politische Werbung machen. Auch die Miss Austria Corporation selbst distanziert sich von der Kampagne und spricht von "Respektlosigkeit an Frauen", die zu keinem Zeitpunkt mit dem Unternehmen abgestimmt gewesen sei und "weder dessen Zustimmung noch Einverständnis" finde. Die Verantwortung liege allerdings bei den oberösterreichischen Lizenznehmern. Diese müssten die Mädchen bestmöglich unterstützen und fördern und "die Aufträge ihrer Klientinnen aufs Genaueste zu prüfen um Situationen wie diese zu vermeiden“, so Jörg Rigger, Geschäftsführer der Miss Austria Corporation.

Kritik von Frauenvereinen

Aus Sicht des Österreichischen Frauenringes, der Dachorganisation österreichischer Frauenvereine, sei es inakzeptabel, dass sich eine Regierungspartei sexistischer Werbung bedient: "Es erklärt aber die Respektlosigkeit und Geringschätzung von Frauen in dieser Partei", so die Vorsitzende Klaudia Frieben gegenüber der StadtRundschau.

Plakate bleiben hängen

Die von vielen als "sexistisch" kritisierten FPÖ-Plakate mit dem Slogan "Stolz auf Linz" bleiben jedenfalls. Obwohl es von allen Seiten Kritik hagelte, denkt Vizebürgermeister Detlef Wimmer gar nicht daran, sie zu entfernen.      

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