Stadt ist für den Winter gerüstet

Vbgm. Bernhard Baier, Martin Stiedl und Werner Sonnleitner
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  • Foto: Stadt Linz
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LINZ (aba). "Kommt ihr noch? Ich haben den ganzen Tag noch keinen Schneepflug gesehen". Anrufe dieser Art sind die Mitarbeiter des städtischen Bürgerservice gewöhnt. Knapp 600 Kilometer Straßen und 250 Kilometer Rad- und Gehwege umfasst das Einsatzgebiet der städtischen Räumfahrzeuge. "Auch eine perfekt geplante Winterräumung kann nicht überall zu gleichen Zeit sein", so Vizebürgermeister Bernhard Baier bei einem Lokalaugenschein in der  Einsatzzentrale des Winterdienstes. Insbesondere in Stoßzeiten stehen der Räumungsdienst genauso im Stau wie die anderen Verkehrsteilnehmer auch.

Gute Planung als Schlüssel

Damit die Räumung dennoch so rasch und reibungslos wie möglich stattfindet, setzt die Stadt auf gute Planung. Dabei setzt die Stadt Linz auf Wetterprognosen der Austrocontrol am Flughafen Hörsching. "Die Vorabinformationen zu Regen, Schnee oder Glatteis für das Stadtgebiet und Pöstlingberg werden täglich für die nächsten Tage aktualisiert. Auf Basis der Einschätzungen werden Fixdienste und Bereitschaftsdienste geplant", erklärt Winterdienst-Einsatzleiter Martin Stiedl.
Zusätzlich stehen der Einsatzleitung Informationen von vier Messpunkten im Stadtgebiet zur Verfügung. Diese befinden sich etwa auf der Nibelungen- oder der Dauphinebrücke. Daten wie Fahrbahn- und Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit werden dort gemessen. Auch Nässe, Glätte sowie Salzkonzentration auf der Fahrbahn werden übermittelt und grafisch aufbereitet.

Feuchtsalz im Einsatz

Kündigt sich stärkerer Schneefall oder Glatteis an, bleibt die Zentrale auch über die Nacht besetzt. Bei Grenztemperaturen werden auch immer wieder Kontrollrunden gefahren, erklärt Werner Sonnleitner, Direktor des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung.
Die Stadt setzt LKW für die Hautprouten und wendigere Schmalspurfahrzeuge für Nebenfahrbahnen ein. Die händischen Räumarbeiten, etwa an Stiegenanlagen, werden durch Pritschenwägen unterstützt. Zehn Salzsilos und mehrere Splittcontainer sind in der Stadt verteilt. Dort werden die Fahrzeuge für ihre Einsätze "betankt". 16 bis 20 Kilometer legen die Räumfahrzeuge pro Ausfahrt zurück. Das Trockensalz wird direkt bei der Ausbringung mit einer Salzlösung (Sole) vermengt. Das Salzgemisch bleibt dadurch schneller an der Fahrbahn haften bleibt. Eine Verfrachtung durch Windböen oder nachfolgende Fahrzeuge wird dadurch verhindert.

Probleme an Schnittpunkten

"Das Problem in der Stadt lautet immer: 'Wohin mit dem Schnee?'. Die Schnittpunkte mit privaten Räumungsdiensten stellen sich als problematisch heraus", sagt Bernhard Baier. Während die Räumfahrzeuge den Schnee auf Parkplätze und Gehwege verfrachten dürfen, ist das umgekehrt nicht erlaubt. Auch dort wo städtische und private Zuständigkeiten nebeneinanderliegen, kann für Außenstehende der Eindruck entstehen, dass unsauber geräumt wurde. Etwa dann, wenn die Stadt den Radweg räumt, jedoch den angrenzenden Gehsteig nicht.
Gehsteige und Stiegenanlagen vom Schnee zu befreien, ist in den allermeisten Fällen Aufgabe der Hauseigentümer. Laut Straßenverkehrsordnung (§ 93 StVO).müssen die Gehwege zwischen 6 und 22 Uhr von Schnee befreit und bei Glättegefahr gestreut werden. Kommen Anrainer ihrer Verpflichtung nicht nach, wird zunächst der Ordnungsdienst der Stadt aktiv. Erfolgt dennoch keine Räumung, kann es zur Strafanzeige kommen. "Würde wir als Stadt die vorübergehend räumen würde, müssten wir haften", klärt Sonnleitner über die Rechtslage auf. Fußgeher hätten dazu auch eine gewisse Eigenverantwortung. Geeignetes Schuhwerk und angepasstes Gehtempo ist bei Schnee und Eis genauso wichtig wie die Winterausrüstung im PKW.

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