Homeoffice
Vorausschauendes Jogging in Corona-Zeiten

Die StadtRundschau-Redakteure bloggen aus ihrem Alltag im Homeoffice.
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  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

Wenn Christian Diabl sein Homeoffice verlässt, dann meist laufend. In Episode 2 des Redaktionsblogs lässt er die Leser an seinen Abstandsmethoden teilhaben.

In Corona-Zeiten ist vieles anders – natürlich auch das Laufen. Zwar macht man das jetzt öfter, weil es ein ausdrücklich erlaubter Grund ist, das Haus zu verlassen. Will man jedoch regelkonform laufen, kann das eine echte Challenge sein. Der Linzer Durchschnittsgehsteig etwa macht es eigentlich unmöglich, an einem Fußgeher vorbeizuziehen und gleichzeitig einen Meter Abstand zu halten. Atmet man zufällig noch genau dann stoßartig aus, hört man regelrecht, wie einen der Mitbürger innerlich verflucht.

In Sekundenbruchteilen Scannen

Vorausschauend laufen muss man auf beliebten Strecken, wie der Donaulände. Das geht so: Man scannt die nächsten 100 bis 200 Meter auf weitere sich bewegenden Objekte. Dann berechnet man deren Bewegungen voraus und plant die günstigste Route, um möglichst kontaktfrei hindurch manövrieren zu können. Für all das hat man nur Sekundenbruchteile Zeit. Gehen alle in dieselbe Richtung, ist das an sich kein größeres Problem. Gibt es jedoch Gegenverkehr, bleibt einem nichts anderes übrig, als die Geschwindigkeit zu variieren, um regelkonform durchzukommen – auch wenn das beim Laufen eigentlich ein No Go ist.

Extrembeispiel: Hindernis und Gegenverkehr

Kompliziert wird es, wenn ein Hindernis den ohnehin schmalen Weg weiter verschmälert: Ein Mistkübel, ein Stück SUV oder jemand auf einer Parkbank. Kommt einem dann noch jemand entgegen, der das Hindernis im selben Moment passieren würde wie man selbst, droht sogar der Corona-Super-Gau, die direkte Berührung. Jetzt ist Ferndiplomatie gefragt: Einer muss langsamer werden oder schneller, je nachdem – aber nicht beide. Führt das Gegenüber seine Selbstisolation auch im öffentlichen Raum fort, etwa durch dunkle Sonnenbrille, schwere Kopfhörer oder neuerdings auch Mund-Nasen-Masken ist es mit Blickdiplomatie aber schnell vorbei. Dann heißt es im Zweifel nachgeben, in die Wiese ausweichen oder – die Höchststrafe – vor dem Hindernis kurz stehen bleiben und den vermummten Mitbürger vorbeiziehen lassen. 

Worst Case: Dichter Verkehr

Noch ein Fall tritt regelmäßig auf und ist ganz besonders ärgerlich: Ein Mitjogger, der sich von hinten nähert, dafür aber ewig braucht, weil der Geschwindigkeitsunterschied nur minimal ist. Das erinnert ein bisschen an Lkw auf der Autobahn, die sich über zig Kilometer langsam zusammenschieben. Erstes Anzeichen ist bei tief stehender Sonne der lange Schatten, der einen langsam einholt. Dann hört man irgendwann die Geräusche der Laufschuhe näherkommen. Spätestens beim lauter werdenden Keuchen sollten die Corona-Alarmglocken schrillen. Denn setzt der andere dann nicht seinen solidarischen Turbo ein und überholt mit Schwung, kann es passieren, dass man hunderte Meter dicht hintereinander läuft und schließlich im Schneckentempo überholt wird. Was man aber nicht vergessen darf: Es ist eine Lose-Lose-Situation. Schließlich läuft der Hintermann quasi permanent in die potenziell coronaverseuchte Atemwolke seines Vordermannes hinein. Ob das Laufen nach Corona jemals wieder so sein wird wie zuvor?

Weitere Blogeinträge:

Episode 1: Liefer-Liebe in Zeiten der Corona

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Redaktionsleiter und Politikredakteur Christian Diabl schupft seinen Job gerade neben einem unglaublich süßen, aber extrem energiegeladenen, weil unausgelastetem zweijährigen Zwerg. Zum Arbeiten zieht er sich in ein Eck im Schlafzimmer zurück. Wir vermuten, dass er Telefonate aus dem Kleiderkasten führt.

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