Linza G‘schichten
"Wie mein Vater sein Glück verbrauchte"

ORF-Moderator Tarek Leitner vor dem Elternhaus seines Vaters in der Bischofstraße 3.
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  • ORF-Moderator Tarek Leitner vor dem Elternhaus seines Vaters in der Bischofstraße 3.
  • Foto: BRS
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ORF-Moderator und gebürtiger Linzer Tarek Leitner hat die zwei prägendsten Reisen seines Vaters in einem Buch verarbeitet. In der Bischofstraße, dem ehemaligen Familienwohnsitz, treffen wir ihn zum Gespräch.

LINZ. "Mein Vater behauptete immer mit 18 Jahren sein Glück verbraucht zu haben", erzählt Tarek Leitner. Wir stehen vor dem Haus in der Bischofstraße 3, hier ist sein Vater Alfred Leitner aufgewachsen und verlebte eine bürgerlich wohlbehütete Kindheit. Eine erste "Abbuchung" am Glückskonto von Alfred fand während der Februarkämpfe 1934 statt. Der Achtjährige geriet damals am Hessenplatz in die Schusslinie und eine Kugel streifte ihn.

Alfred Leitner als junger Bursch vor dem Haus in der Bischofstraße 3.
  • Alfred Leitner als junger Bursch vor dem Haus in der Bischofstraße 3.
  • Foto: Archiv Tarek Leitner
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Er blieb unverletzt. Das Buch, laut Leitner ein "Roadmovie vor dem Zeitpanorama", konzentriert sich auf die Zeit von 1938 bis zum Kriegsende 1945. Zwei Reisen seines Vaters bilden den Rahmen. Beide führten Alfred Leitner von Berlin zurück nach Linz. Einmal als zwölfjähriger Junge voller Tatendrang gemeinsam mit seinem Vater am Steuer des neuen DKW im Juni 1938. Die zweite als verletzten Soldaten, der sich nach Kriegsende nach Hause durchschlägt.

Alfred Leitner als junger Soldat auf Heimaturlaub.
  • Alfred Leitner als junger Soldat auf Heimaturlaub.
  • Foto: Archiv Tarek Leitner
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"Mikrokosmos Bischofstraße"

"Die Umstände und Kleinigkeiten, die eine Biografie ausmachen, haben mich besonders interessiert", so Autor Tarek Leitner. Sein Vater konnte den Nationalsozialisten schon als Kind nichts abgewinnen und empfand den Fanatismus abstoßend. Genau erinnerte er sich an den Besuch Hitlers in Linz am 12. März 1938. Vor allem dessen stundenlange Verspätung und die Hetzreden, die davor am Hauptplatz geschwungen wurden.

Ein Familienfoto mit Vater Rudolf (Mitte) und den Geschwistern aus dem Jahr 1944.
  • Ein Familienfoto mit Vater Rudolf (Mitte) und den Geschwistern aus dem Jahr 1944.
  • Foto: Archiv Tarek Leitner
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Die Bischofstraße dient im Buch als räumlicher und soziologischer "Mikrokosmos" der Zeit. Ein Stockwerk über der Uhrmacherfamilie Leitner wohnte Familie Eichmann, ebenfalls im bürgerlichen Milieu. Sohn Adolf wurde zu einem verurteilten Massenmörder des Nazi-Regimes. Zwei Häuser betrieb die jüdische Kaufmannsfamilie Schwager bis 1938 ein Zuckerlgeschäft. Drei Familiengeschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Infos zum Buch

"Linz – Berlin, Wie mein Vater sein Glück verbrauchte" von Tarek Leitner ist im Brandstätter Verlag erschienen und seit März im Handel erhältlich. Kaufpreis: 30 Euro, 240 Seiten
ISBN: 978-3-7106-0420-1

Das Buch ist im März im Brandstätter Verlag erschienen und zum Preis von 30 Euro im Handel erhältlich.
  • Das Buch ist im März im Brandstätter Verlag erschienen und zum Preis von 30 Euro im Handel erhältlich.
  • Foto: Brandstätter
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