"Wir bilden nicht für die Abschiebung aus"

Landesrat Rudi Anschober, Lehrling Hayatollah und Geschäftsführer Franz Baumann
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  • Foto: Land OÖ/Dedl
  • hochgeladen von Claudia Ruzmarinovic

OÖ. "Wie können Einrichtungen eines Rechtsstaates wie Österreich derart zynische Aussagen treffen?", zeigt sich Landesrat Rudi Anschober (Grüne) betroffen. Im Negativbescheid von Asyl-Lehrling Enayat werde angezweifelt, dass er selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen könne, so heißt es: "..wie man mit einer Lehrlingsentschädigung Miete und Lebensunterhalt ohne Unterstützung bestreiten kann, ist äußerst fragwürdig." Ein Schlag ins Gesicht für den jungen Afghanen, immerhin finanziere er sich auch die Fahrtkosten zur Arbeit selbst, weil er kein Lehrlingsticket beziehen könne, so Anschober. Wenig zimperlich ist der Umgang des Bundesasylamtes mit asylwerbenden Lehrlingen. "Die erniedrigende Interviewpraxis hat Enayat verstört", so Anschober. Schuld an den unverständlichen Entscheiden gebe der Landesrat nicht der Behörde, diese stehe unter Druck. Er stelle aber dennoch fest, dass die Diskussion um das Bleiberecht an der "Lebensrealität vieler Asylsuchenden" vorbeigehe und erhoffe sich einen Dialog zwischen Betroffenen und den Ministern aus Soziales, Integration und Wirtschaft in Wien. 

"Werden Zähne zeigen"
Mit einem Negativbescheid seines Zöglings Hayatollah kämpft auch Franz Baumann.
"Wir werden Zähne zeigen, wenn nötig bis zum Höchstgericht gegen diese Entscheidung vorgehen", so Baumann. Gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt lese er sich gerade in die Akten ein, denn: "Wir bilden nicht für die Abschiebung aus", findet der Geschäftsführer klare Worte. Wie Anschober wünsche er sich eine Behörde, die Entscheidungen fertig zu Ende denkt. 

Bis 1. Februar bleibt Zeit die Online-Petition Anschobers "Ausbildung statt Abschiebung" zu unterzeichnen. Bislang haben mehr als 30.000 die Initiative unterschrieben:
"Ausbildung statt Abschiebung"-Petition

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