"Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt"

Schon als 18-Jähriger trat Helmut Kritzinger in den Orden ein.
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  • Schon als 18-Jähriger trat Helmut Kritzinger in den Orden ein.
  • Foto: Pfarre
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StadtRundschau: Immer weniger Junge wählen heute den Priesterberuf. Was hat Sie damals zu dieser Entscheidung bewogen?
Kritzinger: Ich stamme aus dem ländlichen, katholischen Milieu. Der Priesterberuf hatte damals eine ganz andere Wertung als heute. Zudem hat dieser Beruf eine große Tradition in meinem Heimatort Gampern. Fünf lebende Priester stammen von dort. Wenn der Beruf in einem Ort bekannt und geschätzt ist, entscheidet man sich natürlich eher dafür.

Sie haben sich für die Florianer Chorherren enschieden und sind als 18-Jähriger in den Orden eingetreten. Warum?
Ich habe das Ordensleben durch meine Zeit im Internet Riedberg gekannt, wo ich viel Kontakt zu den Kapuzinerbrüdern gehabt habe. Das waren einfach klasse Burschen. Bei den Florianer Chorherren bin ich eingetreten, weil der Orden in der Nähe meiner Heimatgemeinde war. Mein Papa war dort Kapellmeister. Die Entscheidung erfolgte vor allem durch den persönlichen Kontakt zu den Mitbrüdern.

2006 haben Sie die Leitung der Pfarre in Ebelsberg übernommen. Was haben Sie seitdem erlebt?
Ich bin zuerst mit Sorge gekommen. Die Pfarre hat 10.000 Einwohner, eine sehr große Zahl. Zudem stand gleich die erste große Herausforderung an – die Planung und der Bau des neuen Pfarrzentrums. Zwischen 2007 und 2009 wurde es um rund 3,7 Millionen Euro errichtet. Das war eine sehr große Verantwortung, die die Pfarrgemeinde aber noch mehr zusammen geschweißt hat.

Welche Herausforderungen erwarten Sie heuer?
Es steht vieles bevor, in Ebelsberg tut sich immer etwas. Zum Beispiel die Generalsanierung des Kindergartens. Besonders freut mich, dass wir heuer nach einem kleinen Tief wieder eine Jungschar haben werden. Und so wie es ausschaut, bekommen wir in nächster Zeit auch zwei neue Mitarbeiter in der Pfarre.

Wer wird Sie in Zukunft unterstützen?
Es wird eine pastorale Mitarbeiterin kommen. Und der einzige Diakon, der heuer in Linz geweiht wird, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nach Ebelsberg kommen für sein Praxisjahr. Wir haben also keine so großen personellen Sorgen wie andere Pfarren.

Wie funktioniert der Zusammenhalt in der Pfarre?
Sehr gut, obwohl die Situation sicher nicht einfach ist. Von den 10.000 Bewohnern sind nur 5200 katholisch, sonst herrscht eine bunte Mischung. Zudem haben wir viel ländlischen Einfluss, aber auch eine große Arbeiterschaft. Es ist nicht immer einfach, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Und wir kämpfen mit einer großen Fluktuation. In den Wohnblöcken herrscht ein Kommen und Gehen und es ist schwieriger, in der Pfarre Bindungen aufzubauen, wenn die Leute nicht so lange hier bleiben.

Wie hat sich Ihr Beruf im Lauf der Jahre verändert?
Dadurch, dass es heute viel weniger Priester gibt, ist er natürlich arbeitsintensiver geworden. Es gibt größere Herausforderungen und gleichzeitig weniger Anerkennung. Man muss seine Persönlichkeit viel mehr einbringen und klarer Position beziehen.

Wie werden Sie Ihr silbernes Jubiläum feiern?
Am 14. Juli wird es ganz klassisch eine Abendmesse geben und danach werden wir im Pfarrzentrum anstoßen. Wie ich meine Gemeinde kenne, hat sie sicher etwas organisiert, aber ich lasse mich da ganz einfach überraschen.

ZUR SACHE:
Helmut Kritzinger (51), stammt aus Gampern im Bezirk Vöcklabruck und ist dort als Jüngster von drei Brüdern in der elterlichen Landwirtschaft aufgewachsen. 1979 trat er in das Chorherrenstift St. Florian ein. Nach langen Jahren als Kaplan in St. Florian und Vöcklabruck übernahm Kritzinger 2006 die Leitung der Pfarre Ebelsberg.

Schon als 18-Jähriger trat Helmut Kritzinger in den Orden ein.
Seit 2006 leitet er die Pfarre Ebelsberg.

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