Abbau
Zerstörung im Volksgarten – einhellige Kritik am Ice-Magic-Veranstalter

Naturdenkmal in Bedrängnis: Die Platane als Stapelhilfe.
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  • Naturdenkmal in Bedrängnis: Die Platane als Stapelhilfe.
  • Foto: FPÖ Linz
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Angesichts der zutage getretenen Schäden durch die Ice-Magic-Halle spricht sich jetzt auch Vizebürgermeister Bernhard Baier gegen eine Neuauflage im Volksgarten aus. Der Veranstalter kann sich eine Übersiedelung auf das Urfahraner Jahrmarktgelände vorstellen.
 

LINZ. Tiefe Furchen, schweres Gerät, aufgestapeltes Baumaterial, haufenweise Verpackungen und eine Grünfläche, von der die tonnenschweren Eishalle nicht viel übriglassen dürfte: Wer dieser Tage durch den Volksgarten geht, sieht die Spuren des weihnachtlichen Treibens nur allzu deutlich. Kritiker fühlen sich von den Bildern des Abbaus der Ice-Magic-Ausstellung bestätigt. "20-Tonner und Hebemaschinen graben sich beim Abbau der Ice-Magic-Halle tief ins weiche und sensible Erdreich des Volksgartens", so Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. Von einer "Spur der Zerstörung" spricht Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ).


Baier kritisiert Veranstalter

Zuständig ist Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP). Dieser kritisiert im Gespräch mit der StadtRundschau den Veranstalter. "Wir haben andere Vorgaben gemacht", so Baier. Der Veranstalter hätte den Auftrag gehabt, unter größter Schonung der Grünflächen vorzugehen. Beim Abbau des Eislaufplatzes hat das laut Baier geklappt, bei der Ice-Magic-Halle jedoch nicht. Die Grünfläche hätte mit schwerem Gerät nicht befahren werden dürfen, der Abbau hätte mit einem Kran vom Weg aus erfolgen müssen. "Den Schaden muss der Veranstalter nun auf eigene Rechnung beheben", so Baier, der heute Vormittag selbst vor Ort war.


Ice Magic spricht von Wetterpech

Die StadtRundschau hat Veranstalter Frank Heijstraten telefonisch erreicht. Auch er ist nach Linz gekommen, um sich persönlich ein Bild von den Schäden zu machen. Heijstraten macht vor allem das Wetter verantwortlich. Es hätte sich Wasser unter den Platten gesammelt. "Wenn wir auf trockene Wiesen gewartet hätten, würde der Abbau noch länger dauern", sagt er. Die meiste Arbeit wäre von den Wegen aus passiert, aber der Abbau der Hallenrückseite wäre nur von der Wiese aus möglich gewesen. "Es sieht schlimmer aus, als es ist", so Heijstraten. Die Straßen würden so schnell als möglich geputzt und die Wiese saniert.


"Skandalöser Missbrauch"

Die Kritiker dieser Nutzung des Volksgartens erneuern unterdessen ihre Vorwürfe. Potocnik sieht einen "skandalösen Missbrauch des öffentlichen Parks für private Geschäfte". Der Schaden an den Bäumen, besonders an der großen Platane, sei nicht abschätzbar. "Der Schutz der Parkanlagen muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“, sagt Naturschutzstadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Hein kritisiert Baier scharf. Zu Recht hätten sich alle Parteien bis auf die ÖVP für den stärkeren Schutz der innerstädtischen Grünanlagen ausgesprochen und dem "Treiben im Volksgarten eine klare Absage erteilt", spielt er auf einen Gemeinderatsbeschluss vom Dezember an.


Aus für Ice-Magic im Volksgarten

Dieser dürfte Events wie die Ice-Magic-Ausstellung künftig unterbinden. "Schädigende Nutzungen", wie etwa länger dauernde "Verbauungen" sollen demnach nicht mehr stattfinden. Der Weihnachtsmarkt soll auf ein für Grünfläche und Bäume verträgliches Maß beschränkt werden. Das ohnehin schon versiegelte und im Winter ungenutzte Urfahraner Jahrmarktgelände könnte ein alternativer Standort sein. Ice-Magic-Veranstalter Heijstraten möchte jedenfalls nächstes Jahr wieder nach Linz kommen. Stimmen die Rahmenbedingungen, könne er sich auch eine Übersiedelung auf das Jahrmarktgelände vorstellen. Ihm dürfte auch nichts anderes übrig bleiben, denn angesichts der Dimension der Schäden, kann sich jetzt auch Baier "nicht vorstellen, dass so etwas noch einmal realisiert werden kann".


Luger spricht Machtwort

Indessen hat sich auch Bürgermeister Klaus Luger zu Wort gemeldet und derartigen Nutzungen eine klare Absage erteilt: „Das wird es in dieser Form sicher nicht mehr geben, ich werde für eine solche Überbelastung des Parkgeländes keine Grundeigentümerzustimmung mehr erteilen.“ Auch Luger schlägt als alternativen Standort das Urfahraner Jahrmarktgelände vor.

Autor:

Christian Diabl aus Linz

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