Story der Woche
Zu viele Pendler fahren alleine

Früh am Morgen, aber gut gelaunt machen sich Susanne, Roland und Christian (rechts) fast jeden Tag gemeinsam auf den Weg von Linz nach Steyr.
  • Früh am Morgen, aber gut gelaunt machen sich Susanne, Roland und Christian (rechts) fast jeden Tag gemeinsam auf den Weg von Linz nach Steyr.
  • Foto: Hornbachner
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

Fahrgemeinschaften schonen die Umwelt, sparen Geld und geben die Möglichkeit für Zeit mit Kollegen.

LINZ. "Geschätzt fahren wir zu achtzig Prozent gemeinsam. Ein Kollege hat mich damals angesprochen. Heute ist es für mich eine Selbstverständlichkeit", sagt Christian Hornbachner aus Linz. Bereits seit 2003 pendelt der technische Angestellte fast täglich gemeinsam mit drei Arbeitskollegen von Linz nach Steyr. Damit gehören sie in Oberösterreich derzeit noch einer Minderheit an.

Nur 16.000 fahren nicht allein im Auto

"Täglich sind es in Oberösterreich nur rund 16.000 Personen, die bei jemand anderem im Auto zur Arbeit mitfahren. Rund 400.000 benutzen das eigene Fahrzeug", so Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Dabei biete eine Fahrgemeinschaft gleich mehrere Vorteile: Neben dem Umweltschutzaspekt spare man deutlich Spritkosten und schone beim abwechselnden Fahren das eigene Auto. Auch der soziale Aspekt sei nicht zu unterschätzen.

"Um 100 Personen zu transportieren sind derzeit 87 Autos auf der Straße", Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich.


Man kann auch mal im Auto schlafen

Das bestätigt auch Hornbachner: "An Tagen, an denen man nicht fahren muss, kann man auch mal im Auto schlafen oder sich vor der Arbeit entspannen." Gemeinsam mit einer Freundin teilt sich auch Wolfgang Gumpelmaier-Mach seit Anfang des Jahres den Weg zur Arbeit. "Kerstin und ich sind schon lange befreundet und haben überschneidende Arbeitszeiten. Sie ist in einer Agentur in Urfahr beschäftigt und ich arbeite seit ein paar Monaten Teilzeit in der Creative Region in der Tabakfabrik. Auf ihrem Arbeitsweg fährt sie direkt bei mir in Eferding vorbei, da hat es sich angeboten, dass wir uns den Arbeitsweg teilen." Organisiert werden die Fahrten am Vorabend per Whatsapp.

Früh am Morgen, aber gut gelaunt machen sich Susanne, Roland und Christian (rechts) fast jeden Tag gemeinsam auf den Weg von Linz nach Steyr.
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Keine großen Nachteile durch Fahrgemeinschaft

Große Nachteile empfindet keiner der beiden durch die Fahrgemeinschaft. "Man verliert vielleicht eine Spur an Flexibilität und ein paar Minuten Zeit beim Abholen", meint Hornbachner, "und wenn man etwas zu erledigen hat, dann kann man ja immer noch alleine fahren." Ähnlich entspannt sieht es Gumpelmaier-Mach: "Wenn sich einmal eine gemeinsame Fahrt nicht ausgeht, dann nehme ich den Bus oder die Lilo."

Unternehmer können Anregungen schaffen

Um mehr Menschen zu einer Fahrgemeinschaft zu motivieren, spielen laut Mobilitätsexperte Gratzer die Unternehmen eine zentrale Rolle: "Eine Maßnahme des betrieblichen Mobilitätsmanagements ist es, die Anzahl der Parkplätze zu reduzieren und günstigere Parkplätze für jene, die eine Fahrgemeinschaft bilden, zu schaffen. Auch Apps können mithelfen, die Beschäftigten zu motivieren." Eine solche ist zum Beispiel Carployee.

"Ziel im Bereich der Pendlermobilität muss es sein, Arbeitswege nach den Kriterien der Ressourcen- und Kosteneffizienz auszurichten", sagt Albert Vogl-Bader, einer der drei Gründer.

"Wir stammen selbst alle aus dem Mühlviertel und kennen das Problem der Verkehrsüberlastung, vor allem im Raum Linz. Die App bietet Unternehmen eine zeitgemäße Lösung für ihre Mitarbeiter, um möglichst einfach Fahrgemeinschaften zu bilden."

Mehr Motivation durch Apps

Das Linzer Start-up besteht seit Anfang 2018. Aktuell nutzen rund 1.000 Personen den Service. Die Software berechnet die besten Routen und beinhaltet ein Anreiz-System, das es den Unternehmen ermöglicht, ihre Mitarbeiter zu belohnen. Für Christian und Wolfgang funktioniert’s auch ohne.

Mitfahrgelegenheiten finden

Mit Online-Mitfahrbörsen und Apps wird das Finden von passenden Fahrgemeinschaften ganz einfach:

  • Auf foahstmit.at können unkompliziert und kostenlos Mitfahrgelegenheiten angeboten und die entsprechenden Wunschstrecken gesucht werden.

  • Carployee ist eine App für Unternehmen, die es den Mitarbeitern erleichtert, Fahrgemeinschaften zu bilden und ein spezielles Anreiz- und Belohnungssystem beinhaltet.
  • Ähnlich funktioniert die App TwoGo. Sie ermöglicht aber auch gemeinsame Fahrten außerhalb des eigenen Unternehmens.
  • Oder ganz altmodisch die Kollegen ansprechen und eine gemeinsame Fahrt zur Arbeit vorschlagen.
Autor:

Silvia Gschwandtner aus Linz

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