Zwei Linzer unterhalten Millionen

Marcel Dähne (l.) und Manuel Krappinger alias KsFreak und Krappi treten am 28. Oktober in der Kürnberghalle auf.
  • Marcel Dähne (l.) und Manuel Krappinger alias KsFreak und Krappi treten am 28. Oktober in der Kürnberghalle auf.
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  • hochgeladen von Stefan Paul Miejski

LINZ (spm). Wenn die beiden Linzer Marcel Dähne alias KsFreak und Manuel Krappinger alias Krappi über die Landstraße gehen, werden sie von ihren Fans belagert. "Wenn ich von jeden, der mich auf der Straße erkennt, zehn Euro bekommen würde, würde ich im Monat 15.000 Euro verdienen", sagt KsFreak. In Deutschland sind sie noch bekannter, sind sich die beiden sicher. "In der Schweiz sind sie unserem Tourbus kilometerlang nachgelaufen", sagt Krappi. Und in Köln waren die beiden in einer Einkaufsstraße, die Leute wie sie nur "Selbstmordstraße" nennen. "In einem Laden habe ich mehr als 70 Autogramme geschrieben. Ich fühle mich immer wie eine Wachsfigur", sagt KsFreak. "Und ich fühle mich wie ein Pokemon", ergänzt sein Partner. Eine Unterlassungsklage untersagt ihnen, dass sie sich einer Schule nähern. "Wir waren einmal in einer Linzer Schule. Dann sind alle rausgelaufen. Ich dachte, es ist Feueralarm. Wenig später sind wir beim Direktor gesessen. Der hatte überhaupt keinen Plan, was wir tun und wer wir sind", sagt Krappi. Falls Sie auch keine Ahnung haben, wer die beiden sein sollen: Sie sind Youtube-Stars. Zwei Millionen Fans verfolgen ihren Kanal, mehr als 450 Millionen Mal wurden ihre Videos insgesamt schon angesehen. Der Großteil der Fans ist zwischen zwölf und 19 Jahre alt. Kritik, wonach alle ihre Fans Kinder sind, wehren die Beiden entschieden ab. "Dieses Gerücht ist von Youtube-Kritikern aufgekommen. Wenn ich in die Disco gehe, mache ich sicher über 100 Fotos mit Fans. Und die sind alle älter als 16", sagt KsFreak.

"Multikills ohne Ende"
Für Erwachsene ist es aber mitunter schon schwer nachvollziehbar, was die Youtube-Stars machen. Selbst wenn man sich die Videos auf seinem Youtube-Channel "Ksfreakwhatelse" ansieht wird das nicht wirklich klar. Angefangen hat es auf alle Fälle mit Computerspielen. "Ich habe immer bis fünf Uhr morgens gezockt, und bin um neun in die Schule. Ich habe ausgeschaut wie ein Zombie, aber ich war der Motherfucker in Call of Duty. Multikills ohne Ende", sagt KsFreak. Ein richtig guter Gamer also. "Nein, ich war der Beste. Und dann habe ich schnell erkannt, dass Youtube ein Geschäft mit Zukunft ist." Überhaupt hat Youtube-Star zu sein wohl mehr mit Selbstvertrauen als mit Selbstreflexion zu tun. "Wenn ich etwas mache, mache ich etwas zu 100 Prozent. Und alles was ich zu 100 Prozent mache, funktioniert", so der 23-Jährige. Nicht so zu 100 Prozent war sein Einsatz in der Schule. "Die ersten zwei Stunden in der Klasse habe ich immer geschlafen. Ich hatte überall einen Einser, nur in Mathe nicht, weil das hatten wir meistens in der Früh." Eine Matura ist eben nicht Top-Priority für einen Youtube-Star. Arbeiten schon. "YouTube ist 24/7 im Kopf. Du musst dich die ganze Zeit damit beschäftigen. Es ist die coolste Arbeit der Welt, aber trotzdem anstrengend", betonen beide. Die Anstrengung zahlt sich aber aus. Pro 1.000 Klicks wird in Österreich circa ein Euro verdient. Bei 450 Millionen Klicks kommt schon was zusammen. Darum steht in der Garage auch ein Audi R7 mit 705 PS. "In 2,6 von null auf 100. Aber unnötig. Es verliert alles an Wert. Ich fahre ihn nicht mehr. Ich hätte nie gedacht, dass das mal fad wird, aber er steht nur mehr in der Garage", sagt KsFreak.

Eltern waren kritisch
Wenig überraschend, waren die Eltern der beiden zunächst überschaubar begeistert von den Ideen ihrer Söhne. "Die waren ganz kritisch am Anfang. Das Problem ist, die anderen Eltern bekommen das auch mit. Die sagen dann zu meiner Mama: Was macht denn der Dummkopf", sagt KsFreak. Auch ihre Freunde haben sie anfangs nur belächelt. "Am Sobald du dann Erfolg hast und du davon leben kannst, akzeptiert es jeder, und will es auch machen." Überhaupt sei wichtig, das Leben nicht so ernst zu nehmen. "Wenn man an einen Punkt kommt, wo man es zu ernst nimmt, macht es keinen Spaß mehr", sagt KsFreak, der selbst noch ein Stück von diesem Punkt entfernt sein könnte.

Alles selbst beigebracht
Beigebracht hat sich KsFreak alles selbst, wie er betont. "Egal was du brauchst, google es! Google saves life. Ich habe mir alles über Google beigebracht. Youtube und Google sind die besten Lehrer, die es gibt." Und deswegen singt er jetzt auch, obwohl er erst vor einem Jahr damit begonnen hat. Das kürzlich veröffentlichte Album "WhatElse" stieg auch tatsächlich sofort auf Platz vier der Austria Top 40 Longplaycharts ein. Erstaunlich, könnte man sagen, aber nicht für die Ansprüche eines Youtube-Stars. "Jetzt erobern wir den deutschsprachigen Markt und dann gehen wir nach Amerika. In einem Jahr habe ich den amerikanischen Akzent voll drauf und werde singen wie Justin", so KsFreak, um dann zum ersten und einzigen Mal Bescheidenheit auszustrahlen. "Okay wie Justin nicht. J.B. ist der Gott". Szenenfremde fragen sich womöglich wer J.B. alias Justin ist. "Justin Bieber, Alter."

Auftritt in der Kürnberghalle

Überzeugen kann man sich von den Qualitäten der beiden Linzer Youtube-Stars bereits am 28. Oktober, wenn sie in der Kürnberghalle auftreten. "Natürlich sind wir witzig und spaßig, aber wenn’s um Business-Sachen geht, sind wir ernst. Auf der Bühne geben wir alles", macht KsFreak eine Ansage. Und wir wissen, wenn er etwas zu 100 Prozent macht, wird es immer ein Erfolg.

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