Flüchtlinge: Schärding und Neuhaus kooperieren, Braunau bekommt ein Wartezelt

In Kollerschlag musste diese Nacht niemand mehr frieren.
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  • hochgeladen von Rita Pfandler

OÖ. Bald stehen an den Grenzen zwischen Oberösterreich und Bayern drei der sogenannten Warte- oder Transitzelte: Eines in Hanging bei Kollerschlag, eines in Schärding und künftig wird eines in Braunau an der "Neuen Grenze" den Flüchtlingen Schutz und einen Platz zum Aufwärmen bieten, während sie auf ihre Weiterreise nach Bayern warten. Aktuell durchqueren täglich 7000 bis 8000 Flüchtlinge Oberösterreich auf ihrem Weg nach Deutschland und Skandinavien. Laut dem für Asyl und Integration zuständigen Landesrat Rudi Anschober (Grüne) hätten sich die Wartezelte bewährt. Sie verschaffen nicht nur den Flüchtlingen eine Zuflucht, sondern erleichtern ebenso den Helfern die Arbeit vor Ort. Auch die Kooperation mit den bayrischen Kolleginnen und Kollegen funktioniere täglich besser.

Vorstoß in Schärding

An der Grenze zwischen Schärding und Neuhaus wird absofort verstärkt zusammengearbeitet. Künftig werden dort die Flüchtlinge stündlich per Bus vom Zelt auf österreichischer Seite zum Zelt auf der deutschen Seite transportiert. "Wir gehen davon aus, dass diesem Beispiel der guten regionalen Zusammenarbeit in den nächsten Tagen auch die anderen Grenzgemeinden folgen werden", so Bürgermeister Franz Angerer. Dass die Flüchtlinge damit nicht mehr im Freien stehen, warten und wandern müssten, sei laut Angerer eine echte Verbesserung, vor allem für die Frauen mit ihren Kindern jetzt in der kalten Jahreszeit. Zuvor hatte es in Schärding Proteste gegeben, weil ein Wartezelt aufgestellt werden sollte - was schließlich dann auch gegen den Willen der Stadtväter geschah.

Hier finden Sie einen Bericht über die Situation in Schärding

Flüchtlinge auch in der Stocksporthalle untergebracht

Noch am Sonntag sollen sich die deutschen Behörden nicht an die Abmachung gehalten haben, 50 Flüchtlinge pro Stunde über die Grenze zu lassen, heißt es aus der Amtsleitung der Gemeinde Kollerschlag. Die Lage sei schwierig, da man nie wisse, wie viele Leute kommen und wieviele weiterreisen dürfen. Seit Freitag steht am Grenzübergang Hanging - bei Kollerschlag - ein sogenanntes Warte- oder Transitzelt, in dem 1000 Menschen Platz finden. Die Flüchtlinge aus fünf Bussen, die von Graz kamen, mussten zusätzlich in der Stocksporthalle untergebracht werden, damit niemand im Freien schlafen musste. Es ist sehr kalt, der Boden ist feucht. An der Grenze, neben dem Grenzbach, hatte es in der Nacht Minusgrade.

Einen Bericht über die Situation vor Ort in Kollerschlag mit einer Bildergalerie finden Sie hier.

"Bin stolz auf dieses Engagement"

Das Engagement und die Hilfsbereitschaft vor Ort sind nach wie vor enorm. Alleine in Kollerschlag waren in diesen Wochen in Summe 1500 Helferinnen und Helfer im Einsatz . Der Teamgeist würde enorm wachsen. "Das Team Oberösterreich, bestehend aus Ehrenamtlichen, Exekutive, Rotem Kreuz und Bundesheer, leistet gemeinsam mit den Menschen vor Ort Großartiges", so Anschober. "Ich bin stolz auf dieses Engagement, diese Professionalität und diese Ausdauer."

Ziele bei Flüchtlingskonferenz festgelegt

Landesrat Rudi Anschober hat seit der Regierungsbildung die Asyl- und Integrationsagenden neu in seinem Ressort. Bei der Konferenz der Flüchtlingsreferenten aller Bundesländer vergangene Woche hat man sich unter anderem auf folgende Punkte geeinigt: Man brauche mehr Plätze für Asylwerber - also für diejenigen Flüchtlinge, die in Österreich bleiben wollen. Alleine in Oberösterreich wird man in nächster Zeit rund 550 Plätze schaffen müssen, um die Quote zu erfüllen. Bisher suchten im Schnitt 50 Menschen pro Tag in Oberösterreich um Asyl an, diese Zahl ist laut Anschober aber "deutlich" im Steigen.
Zusätzlich wolle man ein Gesamtkonzept zum Thema Integration beschließen, das die Maßnahmen zwischen Bund und Ländern besser abstimmt. Darüber hinaus müssten die Asylverfahren beschleunigt werden. Das Innenministerium habe bereits angekündigt, dass es dafür jetzt mehr Personal bekomme.

In Kollerschlag musste diese Nacht niemand mehr frieren.

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