Gemeinderat Linz
Kunstgriff zum Beamer – ein Schwank aus dem Gemeinderat

Gemeinderatssitzungen sind trockene Angelegenheiten? Nicht immer, wie folgende Episode gezeigt hat.

LINZ. Durchaus amüsant war ein Schlagabtausch zwischen FPÖ und ÖVP in der Sitzung vom 5. März. Stein des Anstoßes: Der Plan von Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP), mit 1.000 neuen Bäumen die zunehmende Hitze in der Stadt zu bekämpfen. Im Dezember gab es dafür grünes Licht vom Stadtsenat. Fertig wird das Konzept aber erst im Sommer. Mit den ersten Pflanzungen soll laut Baier überhaupt erst 2021 begonnen werden – zu langsam, wie die FPÖ findet. Per Antrag hat sie deshalb einen Start "ehestmöglich, noch 2020" eingefordert. Das Argument von FPÖ-Gemeinderätin Susanne Walcher: Man muss gar nicht auf Baiers Masterplan warten, schließlich gibt es bereits seit 2015 ein städtisches Baumpflanzungskonzept, in dem mögliche Bereiche für neue Bäume "hausnummerngenau" eingegrenzt sind. Baier solle endlich handeln.


Publikumswirksame Show

Das nahm dieser wörtlich und packte den Beamer aus, um die Vorwürfe publikumswirksam zu entkräften. Es gehe um eine langfristige Strategie. Bäume würden nicht einfach eingegraben, sondern nach dem Prinzip einer "Schwammstadt" gepflanzt, um ihnen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Der alte Baumpflanzungsplan sei hingegen lediglich eine Liste. Genüsslich präsentierte Baier Luftbildaufnahme um Luftbildaufnahme von Adressen von der Liste: Straßen im Grünen, Alleen mit Obstbäumen, sogar Waldstücke. Die allermeisten Standorte befänden sich am Stadtrand und würden wenig gegen urbane Hitzeinseln ausrichten.


"Ein beeindruckender Vortrag"

Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) hielt es während der Präsentation nicht mehr auf seinem Platz. Mehrmals besprach er sich mit Walcher. "Ein beeindruckender Vortrag", setzte Hein dann an und warf Baier vor, nur ein paar Extrembeispiele herangezogen zu haben. Außerdem hätte er den Plan dem Gemeinderat vorenthalten. Baier wiederum bot an, die gesamte Liste durchzugehen, sofern der Gemeinderat noch viel Zeit hätte. Hin und her flogen die Argumente. Die SPÖ bedankte sich für die "Stadtkunde", während die FPÖ den alten Baumpflanzungsplan weiter verteidigte: "Das Konzept so zu zerreißen, wie du das gemacht hast, hat es nicht verdient", sagte Walcher. 


Antrag geht trotzdem durch

Gedauert hat das Ganze eine halbe Stunde – genützt hat Baier sein Auftritt trotzdem nichts. Alle außer der ÖVP stimmten dem FPÖ-Antrag zu. Somit werden Baier und sein Team wohl schon heuer die ersten Bäume in die Erde bringen müssen.

Autor:

Christian Diabl aus Linz

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