Endgültige Absage
Linzer Zoo sagt "Nein" zur Hängebrücke

Mit der Absage des Zoos ist auch das Parkdeck obsolet.
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  • Mit der Absage des Zoos ist auch das Parkdeck obsolet.
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In einem Schreiben teilt der Vorstand des Linzer Zoos Bürgermeister Klaus Luger seinen einstimmigen Beschluss gegen das Projekt Hängebrücke mit. Damit könnte das Vorhaben nun endgültig vom Tisch sein – Investor Hannes Dejaco ist über die Entscheidung überrascht, aufgeben will er aber noch nicht.

LINZ. "Der Vorstand des Linzer Tiergartens – Zoo Linz stimmt dem Projekt Hängebrücke auf dem Gelände des Linzer Zoos nicht zu" heißt es in dem Schreiben an den Linzer Bürgermeister Klaus Luger. Der Zoo Linz hat sich „nach langem Abwägen“ in einem einstimmigen Vorstandsbeschluss gegen das Hängebrückenprojekt entschieden. Es würde „den Zielen und der Weiterentwicklung eines wissenschaftlich geführten Zoos entgegenstehen“. Dieser Beschluss wurde am 15. Oktober vom Vorstand des Linzer Zoos gefasst.


"Entscheidung kam völlig überraschend"

Für den privaten Investor des Projektes – Hannes Dejaco – kam die Entscheidung des Zoos "völlig unerwartet und überraschend". Noch Ende September habe man Gespräche mit Direktorin Tanja Zizdai geführt und letzte offenen Fragen positiv geklärt. "Diese Wende um 180 Grad für mich nun in keinster Weise nachvollziehbar", so Dejaco zur StadtRundschau. Der Investor hätte für den Linzer Zoo mehrere bauliche Erweiterungen kostenlos vorgenommen, unter anderem einen neuen Eingangsbereich samt Souvenir-Shop, eine Gastronomie, neue Toilettenanlagen und einen neuen Kassenbereich. Dass der Zoo-Vorstand dieses Angebot ablehnt, versteht er nicht. "Geschenkt ist anscheinend auch noch zu teuer", so Dejaco.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Aufgeben will Dejaco das Projekt aber dennoch noch nicht. "Der Zoo hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehrfach unterschiedlich geäußert. Ich warte jetzt einmal die schriftliche Stellungnahme ab. Vielleicht löst sich die Situation ja noch in Wohlgefallen auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt", so der Investor.

Zoo möglicherweise "Zünglein an der Waage"

Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) bedauert die Entscheidung: "Ich finde es sehr schade, dass es nun doch nicht zu einer Einigung gekommen ist. Es hat vor dieser Vorstandssitzung eigentlich, so war zumindest mein Eindruck, ganz anders ausgesehen." Sollte es zwischen dem Zoo und der Stadt Linz zu keiner Einigung kommen, werde es laut Hein "schwierig" für das Projekt. Damit die Brücke tatsächlich realisiert werden könne, sei die Einwilligung des Zoos Voraussetzung. Das sichere auch der Pachtvertrag mit der Stadt Linz ab.

Der Linzer Zoo stimmt dem Bau für die Hängebrücke auf dem Gelände nicht zu.
  • Der Linzer Zoo stimmt dem Bau für die Hängebrücke auf dem Gelände nicht zu.
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Grüne: "Vorhaben muss gestoppt werden"

Die Grünen Linz sprechen sich erneut deutlich gegen das geplante Projekt aus und begrüßen die Entscheidung des Zoo-Vorstands: „Damit ist klar, dass das Vorhaben gestoppt werden muss. Die Interessen des Zoos und der Schutz der Tiere und unserer Natur sind klar über die eines privaten Investors und seiner Event-Hängebrücke zu stellen“, betont Umweltstadträtin Eva Schobesberger, „ich erwarte mir daher, dass sich nun auch SPÖ und FPÖ von der Brücke verabschieden und das Projekt stoppen.“

Neos: Kritik an "inakzeptabler Vorgehensweise"

Auch Neos-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik begrüßt die Entscheidung des Zoo-Vorstandes und bewertet das Projekt damit so gut wie "vom Tisch". "Ich finde es gut, dass der Vorstand des Zoos nun Klartext gesprochen hat", so Potocnik. Auch er kritisiert vor allem die Vorgehensweise als "inakzeptabel". Zu viele Fragen bezüglich genauer Gestaltung, Umsetzung und auch Haftung seien bis zum Schluss offen geblieben. Viele gute Gründe würden laut Potocnik gegen das Projekt in seiner aktuellen Form sprechen. Die Kommunikation seitens des Projektbetreibers Hoch4 sei "höchst intransparent" verlaufen. Eine schriftliche Anfrage an Vizebürgermeister Markus Hein werde heute noch abgesendet.

ÖVP: Zu viele offene Fragen

Die Linzer ÖVP reagiert wenig überrascht. "Wir haben von Anfang an davor gewarnt, das Projekt zu einer Entscheidung zu bringen, solange noch so viele Fragen offen sind", sagt Klubobfrau Elisabeth Manhal, "das Pferd von hinten aufzuzäumen geht in den wenigsten Fällen gut." Grundsätzlich stünde die ÖVP dem Projekt positiv gegenüber, eine offene Kommunikation vorab mit allen Beteiligten sei dafür aber Grundvoraussetzung. "Wenn es geht, dann kann es nur gemeinsam gehen", so Manhal.

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