Großer Erfolg für Österreichs Vereine

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SPORTUNION hat mit Finanzministerin Fekter steuerliche und administrative Erleichterungen für Sportvereine erfolgreich verhandelt

Die vielen Tausenden Vereine stellen in unserem Land eine tragende Säule der Gesellschaft dar. Die überwiegend ehrenamtlichen Verantwortungsträger der Vereine setzen dabei nicht nur ihre Freizeit und ihr Knowhow ohne Bezahlung ein, sondern haften auch noch persönlich für die vielfältigen Verpflichtungen aus Vereins-, Verwaltungs-, Sozialversicherungs- oder Steuerrecht.
Die Verschärfung der Pflichten für Vereine und die strengeren Kontrollen der letzten Jahre haben teilweise schon dazu geführt, dass Vereinsvorstände frustriert ihre Verantwortung zurückgelegt haben und dass es immer schwieriger wird, Nachfolger für Funktionärsaufgaben zu finden.
Gerade das Wissen um steuerliche Pflichten und die Scheu vor der steuerlichen Erfassung eines Vereins beim Finanzamt stellen wesentliche Hürden dar. SPORTUNION-Präsident Abg. z. NR Peter Haubner hat daher gemeinsam mit seinem Kollegen im Nationalrat August Wöginger in den letzten Wochen intensiv mit Finanzministerin Dr. Maria Fekter verhandelt, um Verbesserungen für Vereine zu erreichen.

„Ich freue und bedanke mich bei unserer Finanzministerin für ihr großes Herz für Österreichs Vereine. Gemeinsam haben wir Erleichterungen für die Vereinspraxis vereinbaren können. Als Präsident der SPORTUNION mit 4.000 Mitgliedsvereinen weiß ich, wie wichtig gerade Vereinsfeste für die Finanzierung von Sportangeboten der Vereine sind. Die Änderungen bringen den Vereinen eine größere Rechtssicherheit, Entlastung von Umsatzsteuerpflichten und höhere Gewinnfreibeträge in der Körperschaftssteuer. Damit haben wir wirklich einen Meilenstein gesetzt“, zeigt sich Haubner über das Ergebnis begeistert.

Ebenso erfreut begrüßt SPORTUNION-Landespräsident Franz Schiefermair die Einigung: „Gerade in Oberösterreich haben wir in letzter Zeit mit einigen nachträglichen Steuervorschreibungen der Finanzbehörden an Vereine u.a. wegen Vereinsfesten zu tun gehabt. Die SPORTUNION OÖ hat sich mit großem Engagement und einem Forderungskatalog an die Bundespolitik für Verbesserungen eingesetzt. Er war das Ergebnis aus den von der UNION finanzierten Steuersprechtagen und landesweiten Informationsveranstaltungen mit Experten. In Zukunft bleiben Feste unter 48 Stunden Dauer bei ausschließlicher Organisation im Vereinsumfeld selbst und bei typischer Festverpflegung unabhängig von der Zahl der Gäste von der Entrichtung von Umsatzsteuer befreit. Gemeinsam mit der Erhöhung des jährlichen Gewinnfreibetrags von EUR 7.300 auf EUR 10.000 und der Anerkennung von ehrenamtlicher Hilfe der Mitglieder in Höhe von pauschal 20% der Gesamteinnahmen erfährt die Arbeit der Vereine die zustehende Wertschätzung.“
Die SPORTUNION OÖ hat sich bei diesem Thema als starke Interessensvertretung positioniert.
„Wir werden uns auch weiterhin für unsere Vereine einsetzen, um beispielsweise auch in Sachen Kantinenbetrieb eine Vereinfachung der gewerberechtlichen Bestimmungen, eine Betriebsanlagengenehmigung „light“, für ehrenamtlich geführte Vereine zu erreichen“, so Schiefermair.

Die Neuerungen im Detail

1. Freibetrag für begünstigte Zwecke
Der Freibetrag für begünstigte Zwecke gemäß § 23 Abs. 1 KStG wurde ab der Veranlagung für das Jahr 2013 durch das Bundesgesetz, BGBl. I Nr. 135/2013, von bisher 7.300 Euro auf 10.000 Euro erhöht.

2. Abgrenzung großes und kleines Vereinsfest
Für die Beurteilung, ob ein Vereinsfest einen entbehrlichen Hilfsbetrieb (kleines Vereinsfest) oder einen begünstigungsschädlichen Geschäftsbetrieb (großes Vereinsfest) darstellt, ist grundsätzlich darauf abzustellen, ob das Fest ausschließlich von den Vereinsmitgliedern getragen wird. Die Zahl der Besucher ist dabei nicht von Belang.
Unter folgenden Voraussetzungen stellt nach VereinsR 2001 Rz 306 eine gesellige Veranstaltung ein kleines Vereinsfest dar:
 Die Organisation (vorausgehende Planung bis zur Mitarbeit während des Ablaufes der Veranstaltung) wird ausschließlich von Vereinsmitgliedern oder deren nahen Angehörigen vorgenommen.
 Die Verpflegung übersteigt ein beschränktes Angebot nicht und wird ausschließlich von Vereinsmitgliedern oder deren nahen Angehörigen bereitgestellt und verabreicht; dabei darf die Verpflegung auch nicht durch einen Betrieb eines Vereinsmitgliedes oder dessen nahen Angehörigen bereitgestellt und verabreicht werden.
 Da die Organisation ausschließlich von den Vereinsmitgliedern oder deren nahen Angehörigen vorzunehmen ist, darf auch die Darbietung von Unterhaltungseinlagen (Musik-, Show- und Tanzeinlagen) nur durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht bekannte Künstler (nicht bekannt durch Film, Fernsehen, Radio) erfolgen.
Der Hilfsbetrieb „kleines Vereinsfest“ umfasst alle geselligen Veranstaltungen der genannten Art, die insgesamt einen Zeitraum von 48 Stunden im Kalenderjahr nicht übersteigen.

Werden durch ein Vereinsfest diese Kriterien nicht kumulativ erfüllt, liegt nach VereinsR 2001 Rz 307 ein großes Vereinsfest vor und begründet somit stets einen begünstigungsschädlichen Betrieb. Dabei umfasst dieser Betrieb alle derartigen Veranstaltungen während des Jahres, gleichgültig aus welchem Anlass und unter welcher Bezeichnung sie unternommen werden.

3. Pauschale Betriebsausgaben für ehrenamtliche Mitarbeit von Vereinsmitgliedern
Mitglieder von Vereinen erbringen im Zuge von wirtschaftlichen Betätigungen der begünstigten Körperschaft häufig unentgeltliche Arbeitsleistungen, denen trinkgeldähnliche bzw. nicht näher konkretisierbare oder gar keine Leistungen der Körperschaft gegenüber stehen. Im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der Erfassung dieser Leistungen bestehen keine Bedenken, Aufwendungen einer begünstigten Körperschaft für solche Leistungen im Rahmen von entbehrlichen Hilfsbetrieben (bzw. unentbehrlichen Hilfsbetrieben zur Beurteilung, ob Gewinne angefallen sind) insoweit als glaubhaft gemacht anzusehen, als die geltend gemachten Beträge 20% der aus diesen Betätigungen erzielten Betriebseinnahmen (ohne Umsatzsteuer) nicht überschreiten. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um tatsächlich erbrachte Leistungen in Zusammenhang mit Tätigkeiten handelt, bei denen Mitglieder der Körperschaft auch üblicherweise herangezogen werden (zB bei geselligen und gesellschaftlichen Veranstaltungen der Körperschaft, bei der Herstellung vereinseigener Druckwerke usw.). Auf den sich danach ergebenden Betrag sind belegmäßig nachgewiesene Aufwendungen für Arbeitsleistungen von Vereinsmitgliedern im Rahmen der jeweiligen Betätigung anzurechnen.
Dies gilt nach VereinsR 2001 Rz 346 auch für die Gewinnermittlung von begünstigungsschädlichen Betrieben (zB Kantinen), wenn der Körperschaft eine Ausnahmegenehmigung nach § 44 Abs. 2 BAO erteilt wird und oder eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 45a BAO als erteilt gilt.

4. Gemeinsame Veranstaltungen mit Gastwirten
Für die Frage des Überschreitens der Umsatzgrenze von 40.000 Euro ist nach den VereinsR 2001 Rz 200 bei Veranstaltungen eines gemeinnützigen Vereines und eines Gastwirten zu unterscheiden:
• Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Verein und dem Gastwirt in Form einer Mitunternehmerschaft betrieben. Der Gesamtumsatz (zB 50.000 Euro) ist nicht auf die Beteiligten aufzuteilen. Das bedeutet, dass im konkreten Fall der Verein einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen muss.
• Die Veranstaltung wird zB in den Räumlichkeiten eines Gastwirtes vom Verein alleine betrieben. Vom Verein wird allerdings keine Verpflegung geboten. Die Gäste haben die Möglichkeit von der Speisekarte des Gastwirtes Speisen und Getränke zu bestellen. Für die Frage des Überschreitens der Umsatzgrenze von 40.000 Euro sind ausschließlich die Umsätze des Vereines maßgeblich, die Umsätze des Gastwirtes sind nicht dem Verein zuzurechnen.

Alle Infos www.sportunionooe.at

Foto: Bigstock, Sportunion

Autor:

Corinna Schürz aus Linz

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