2012 mehr Arbeitslose in Linz durch Exportrückgang

Derzeit liegt die Arbeitslosenquote in Linz unter dem Österreich-Durschschnitt.
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  • hochgeladen von Nina Meißl

Ein Drittel aller Arbeitsplätze in Oberösterreich entfällt auf Linz. Die Stadt hat somit mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Die schwächeren Konjunkturprognosen für 2012 könnten die Aussichten jedoch trüben.

„Im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten steht Linz hinsichtlich Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sehr gut da“, heißt es aus der Arbeiterkammer Oberösterreich. Knapp 6700 Linzer waren im Dezember 2011 ohne Job. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent und damit weit unter dem Österreich-Durchschnitt von 6,7 Prozent. Dies bedeute laut Klaus Schobesberger, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer, „beinahe Vollbeschäftigung“.

„Für 2012 wird ein leichter Anstieg von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit prognostiziert“, sagt Ewald Warras vom AMS Linz-Stadt. Für eine dramatische Verschlechterung gäbe es noch keine Anzeichen, zumindest im ersten Quartal werde der Anstieg moderat ausfallen. Warras geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote 2012 „in etwa um 0,2 Prozentpunkte steigen wird“.

Mehrere Faktoren könnten sich laut Arbeiterkammer auf den Linzer Arbeitsmarkt auswirken: Zum einen könnte die Abschwächung der Konjunktur im Ausland die export-orientierten Unternehmen treffen, die in Linz einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Zum anderen könnten Sparprogramme der Regierung den privaten Konsum mindern, mit Auswirkungen auf die Konsumgüterindustrie, den Handel und den Dienstleistungssektor. Und auch die Baubranche rechne mit einer schwierigen Phase aufgrund von Auftragsrückgängen.

Laut Schobesberger werde die derzeitige Geschäfts- und Auftragslage von vielen Unternehmen jedoch noch als gut bewertet. Eine besonders gute Auftragslage gibt es „im Handel, bei den IT-Dienstleistern sowie bei den technischen Büros“, sagt Warras. Im Bau habe das Jahr jedoch verhalten begonnen. Absehbar ist, dass vor allem benachteiligte, schwächere und gering qualifizierte Arbeitnehmer unter Druck geraten werden.

Wirtschaftsstadträtin Susanne Wegscheider sieht etwa in dem „überdurchschnittlich hohen Anteil an gering qualifizierten Jugendlichen“ ein spezifisches Problem des Linzer Arbeitsmarktes. So waren in Linz Ende Dezember 1598 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos oder in Schulungen. Von diesen Jugendlichen hatten zwei Drittel als höchste Qualifikation nur einen Pflichtschulabschluss oder nicht einmal diesen.

Für Schobesberger liegen die größten Herausforderungen „in der Erleichterung der Zuwanderung und Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt sowie im Halten älterer Arbeitnehmer im Arbeitsprozess“.

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