"Ich werde mal ein Kühlschrank"

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"Industrie 4.0 eröffnet Oberösterreich viele Standortvorteile", sagte Wirtschaftslandesrat Michael Strugl bei einer Studienreise nach Kaiserslautern. Laut Günther Rübig, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, werden in Oberösterreich "mehrere hundert Industrieunternehmen Industrie 4.0 in ihren Werken haben".

Was ist Industrie 4.0?
Industrie 4.0 ist ein Modewort. Es umschreibt die Tatsache, dass durch das Internet sich auch die Produktionsprozesse geändert haben bzw. ändern. Im Mittelpunkt stehen das intelligente Produkt und die intelligente Fabrik.

Das intelligente Produkt
Ein Faktor bei Industrie 4.0 ist das intelligente Produkt. Das heißt: Der Chip bzw. Bauteil, der in die Fabrik kommt, sagt "ich werde einmal ein Kühlschrank".

Die intelligente Fabrik
Vision bei Industrie 4.0 ist auch eine vernetzte, intelligente, modular aufgebaute Fabrik. Fast wie bei Lego können Module ohne großen Installationsaufwand an- und abgekoppelt werden. Das bringt auch einen Kostenvorteil: bis zu 30 Prozent der Engineering-Kosten können eingespart werden. Zudem sind die Stillstandzeiten während der Produktion viel geringer. Die Module wissen auch genau wo sie stehen und was sie machen. Beispiel: Bei einem Modul ist bei der Kühlschrankproduktion die Funktionalität des Eiswürfelcrushers programmiert. Hänge ich dieses Modul in die Fertigungskette, produziert das Werk Kühlschränke mit Eiswürfelcrushern. Hänge ich das Modul ab, bekomme ich Kühlschränke ohne Eiswürfelcrusher.

Auswirkungen auf Arbeitsplätze

Industrie 4.0 hat auch Auswirkungen auf die Werksmitarbeiter. "Rationalisierungsmaßnahmen werden sich sicherlich dadurch ergeben, dass die Automatisation gesteigert wird. Aber dafür entstehen in anderen Feldern neue Jobs", so Strugl. Will heißen: Für Industrie 4.0 braucht man auch entsprechend geschulte Mitarbeiter. In einer Studie sollen Wissenschafter der JKU die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Zukunft der Arbeitswelt untersuchen. Industrie 4.0 ist auch, wenn Werksmitarbeiter auf einem Bildschirm – bevor die eigentliche Produktion beginnt – auf ihre Tätigkeiten eingeschult werden. Ähnliches kennt man bei der Formel 1. Dort lernen beispielsweise die Fahrer auf Spielkonsolen neue Strecken kennen.

Weitere Möglichkeiten
Durch Industrie 4.0 ist eine individuelle Massenfertigung ohne großen Änderungsaufwand möglich. Beispiel: Durch die Kommunikation der Maschinen untereinander läuft zuerst eine Seife mit Vanillegerurch, dann eine mit Jasmingeruch und dann eine mit Pfefferminzgeruch vom Band.

Andere Einsatzmöglichkeit: Wartungsmitarbeiter wissen genau, wo beispielsweise ein defektes Gerät steht und welche Ersatzteile sie zur Reparatur mitnehmen müssen.

Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) erklärt der stellvertretende wissenschaftliche Leiter Matthias Loyskill den Mehrwert von Industrie 4.0 so: "Unternehmen und Personen profitieren von umfassenden und aktuellen Informationen über Produkte, Anlagen und Prozesse."

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