Berufswahl
Schulabschluss, was nun?

Nach Abschluss der Schulpflicht stehen Jugendliche vor einer wichtigen Entscheidung. Sollen sie eine universitäre Laufbahn einschlagen oder doch den Sprung ins Berufsleben wagen? In Österreich werden derzeit 205 Lehrberufe angeboten, die eine Auswahl nicht gerade leicht machen. Wir haben mit Roswitha Stütz, Mutter, Lehrerin und Leiterin der internationalen Kooperationen und Studienprogramme an der Pädak Linz, gesprochen. 

Was denken sie über die Frage der Berufswahl mit 15 Jahren?

Roswitha Stütz: Das Alter von 15 Jahren ist der Zeitpunkt in der Pubertät, in dem meist eine Desorientierung eintritt. Die Einflüsse der Umgebung und des Freundeskreises wirken enorm auf die Jugendlichen. Die Frage ist, wie stark hat der Schüler bereits Einblick in die Berufsbilder und welche Werte durch das Elternhaus vermittelt wurden.

Sie sind selbst Mutter eines Oxford-Studenten, welchen Einfluss hat das Elternhaus auf einen Jugendlichen?

Als Elternteil entfaltet man auch eigene Interessen und unterstützt gewisse Talente des Kindes. Der enorme Einfluss ist somit unbestreitbar. Die Eltern brauchen eine gute Beobachtungsgabe und eine gewisse Vorbildung, um eine mögliche „Diagnose“ für die Zukunft zu stellen. Die Frage ist: Wenn das Elternhaus entsprechend kultiviert ist, kann es gelingen, dass der Jugendliche trotz Pubertät bereits in sich ruht? Intellektuelle Reife und eigene Erfahrungen sind wichtig. Mein Sohn wusste bereits früh in welche Richtung es geht.

Welchen Tipp geben Sie Eltern, deren Kinder sich gerade in dieser Entscheidungsphase befinden?

Die Eltern sollten Kontakte knüpfen und sich über Berufsbilder und deren Anforderungen informieren. Auch für Eltern ist diese Phase ein Lernprozess. Der Austausch mit den Lehrern der Kinder ist enorm wichtig, denn diese haben die Schüler meist schon länger begleitet und oft eine Idee, welche Stärken sie haben. Die berufspraktischen Tage an der Schule sollten genutzt werden, um mögliche Tendenzen zu entdecken.

Welche Ideen haben Sie für die Zukunft? Wie sieht Ihr abschließendes Fazit aus?

Finnland beispielsweise wäre ein Vorzeigemodell. Die schulische und die allgemeine Ausbildung sind länger. Die Jugendlichen treffen diese Entscheidungen später und sind qualifizierter. Man hört immer öfter vom Fachkräftemangel. Ich denke, dass auch die Betriebe stark gefordert sind und sich intensiver in den Prozess einbringen sollten. Die Welt ist komplexer geworden, es gibt viele Optionen. Es ist wichtig den jungen Menschen ein emotionales Tor zu öffnen, um herauszufinden womit sie sich identifizieren können.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen