Stärkere Veranlagung der Prämien in Oberösterreich

Josef Stockinger

OÖ Versicherung-Chef Stockinger: Wir lassen das Geld im Land

Josef Stockinger, neuer Vorstand der Oberösterreichischen Versicherung (OÖV), spricht über die Zukunft des Versicherungswesens und darüber, warum sein Unternehmen Geld lieber in Oberösterreich als auf den Bahamas veranlagt.
BezirksRundschau: Es herrscht Verunsicherung an den Märkten. Wie wirkt sich das auf den einzelnen Versicherungsnehmer aus?
Josef Stockinger: Kunden schauen genauer darauf, wem sie ihr Geld anvertrauen. Das ist für die OÖ Versicherung als starker regionaler Versicherer ein Trumpf, da man sein Gegenüber kennt. Wir haben immer vorsichtig und konservativ veranlagt. Deshalb ist die Krise auch eine Stärkung unserer regionalen Position. Wir haben keine Leichen und keine kleinen Griechen im Keller.

BezirksRundschau: Versicherer sind verstärkt in den Veranlagungsbereich gegangen. Nun bieten die Finanzmärkte aber keine hohen Renditen mehr. Wie reagieren Kunden?
Stockinger: Vorsorge hat bei uns Höchstzuwächse, weil Menschen erkennen, dass Staaten in der Schuldenkrise nicht mehr in der Lage sein werden, die jetzige Qualität der Vorsorge dauerhaft und sicher zu garantieren. Wir stellen fest, dass die klassische Lebensversicherung mit einem garantierten Zinssatz und der Gewinnbeteiligung wieder hoch im Kurs ist. Es hat Zeiten gegeben, da waren die am erfolgreichsten, die das Blaue vom Himmel versprochen haben aber diese Zeiten sind vorbei.

BezirksRundschau: Weg von der staatlichen, hin zur privaten und betrieblichen Vorsorge?
Stockinger: Wir gehen davon aus, dass die private und betriebliche Vorsorge an Bedeutung gewinnen wird. Österreich ist aber in diesem Bereich noch Entwicklungsland.

BezirksRundschau: Raiffeisen Versicherung und die OÖV sind eng verschränkt. Wie sehen Sie die weitere Zusammenarbeit?
Stockinger: Es haben sich in Oberösterreich der stärkste Bankenvertrieb und der stärkste Versicherungsvertrieb zu einem gemeinsamen oberösterreichischen Weg entschlossen. Das ist eine Erfolgspartnerschaft, die letztlich auch das Geld der Versicherten im Land lässt. Wir haben nie auf den Bahamas oder an den großen Börsen mit dem Geld unserer Kunden spekuliert, sondern sind u. a. bei der voest, Amag, HYPO, WAG oder Energie AG beteiligt. Die OÖ Versicherung wird in den nächsten Jahren mit den Prämien noch stärker auf regionale oberösterreichische Veranlagungsprodukte gehen. Andere tragen ihr Geld irgendwohin, wir lassen es lieber im Land.

BezirksRundschau: Ist die Beteiligungspolitik ausbaufähig?
Stockinger: Grundsätzlich haben wir in der nächsten Zeit nicht vor, unseren Aktienanteil derzeit rund neun Prozent zu erhöhen.

BezirksRundschau: Steht Osteuro-
pa zur Diskussion?
Stockinger: Wir wollen regionaler Versicherer bleiben, weil wir dort die Kundennähe und die Handschlagqualität entsprechend einbringen können. Bei uns gibt es keine Callcenters im Schadensfall, die in der Slowakei angesiedelt sind.

BezirksRundschau: Gibt es Innovationen im Versicherungsbereich?
Stockinger: Die Reise geht in Richtung geschneiderten Maßanzug. Wir haben einen großen Bereich der Betriebsunterbrechung, der Ein-Personen-Unternehmen, wir haben neue Produkte wie Vollkaskoversicherung für Fotovoltaik-
anlagen. Es geht um kombinierte und flexible Lösungen.

BezirksRundschau: Wie schaut es bei den Arbeitsplätzen aus?
Stockinger: Es gibt große Mitbewerber, die jetzt enorm auf die Bremse steigen und hunderte Mitarbeiter kündigen. Wir werden aber im nächsten Jahr sicher 30 bis 40 zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

BezirksRundschau: Thema Pflegeversicherungen?
Stockinger: Wir haben ein eigenes Pflegeversicherung-Produkt entwickelt. Das ist aber derzeit noch ein Ladenhüter, weil ohnehin der Staat die Kosten übernimmt. Die Rahmenbedingungen werden sich aber ändern.

OÖ Versicherung 2010
" Kunden: 407.415
" Prämienvolumen: 399,3 Millionen Euro
" Mitarbeiter: 676
" EGT: 12,9 Millionen Euro

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