AK Rechtsberatung
Urlaubsbewilligung war "fieser Trick"

Die Rechtsberatung der Arbeiterkammer OÖ konnte helfen.
  • Die Rechtsberatung der Arbeiterkammer OÖ konnte helfen.
  • Foto: AK OÖ
  • hochgeladen von Christian Diabl

LINZ. „Es kommt leider öfter vor, dass Firmen die Arbeitsverhältnisse ihrer Beschäftigten auf ungesetzlichem Wege mit irgendeinem Trick lösen," sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Das zeigt ein aktueller Fall aus Linz. 

Firma wollte Mitarbeiter billig loswerden

Eine kurzfristige Urlaubsbewilligung hat ein Linzer Metallbetrieb zum Anlass genommen, einen Mitarbeiter ohne ordnungsgemäße Zahlungen loszuwerden. Und das ging so: Der Hilfsarbeiter hat beim Chef telefonisch um einen kurzfristigen Urlaubstag angesucht und diesen auch bewilligt bekommen. Am nächsten Tag meldete sich ein weiterer Vorgesetzter mit der Nachricht, er sei gekündigt worden. Der Arbeiter nahm die Nachricht zur Kenntnis. Die Endabrechnung barg aber eine böse Überraschung, denn die Firma hatte ihn nicht ordnungsgemäß gekündigt, sondern einfach abgemeldet – mit der Behauptung der Mann sei der Arbeit unbegründet ferngeblieben. Der vermeintlich unberechtigte vorzeitige Austritt hat den Verlust vieler Ansprüche zur Folge. Anders als bei einer ordnungsgemäßen Kündigung müssen Firmen bei unberechtigt vorzeitigen Austritten keine Sonderzahlungen, keine Urlaubsersatzleistung und keine Kündigungsentschädigung zahlen. Die Firma ging sogar noch weiter und behielt auch den letzten Lohn und die Diäten ein. Der kurzfristig telefonisch genehmigte Urlaub war offenbar ein Trick, um das Arbeitsverhältnis möglichst billig aufzulösen.

AK klagte 3.200 Euro ein

Der Arbeitnehmer wandte sich daraufhin an die Rechtsberatung der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ). Eine Intervention bei der Firma blieb jedoch erfolglos, weshalb die AK für den Mann vor Gericht ging und 3.200 Euro brutto Nachzahlung erstritt. "Einige Firmen spekulieren auch damit, dass die Beschäftigten die falsche Beendigung gar nicht bemerken oder sich dagegen nicht zur Wehr setzen“, warnt Kalliauer.

Es geht oft um viel Geld

Die AK rät allen Betroffenen, im Zweifelsfall bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses immer die AK zu Rate zu ziehen. Denn wie dieses Beispiel zeigt, gibt es große Unterschiede zwischen Kündigung, Entlassung, einvernehmlicher Auflösung sowie berechtigtem und unberechtigtem vorzeitigem Austritt. „Jedenfalls sollten sich die Beschäftigten diese unfaire und unsoziale Praxis nicht gefallen lassen. Es geht oft um viel Geld und schließlich macht es auch für nachfolgende Jobs und beim Arbeitslosengeld einen Unterschied, ob man selbst gekündigt hat, entlassen wurde
oder ob eine Arbeitgeberkündigung vorliegt“, so Kalliauer.

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