24.05.2017, 12:13 Uhr

"Danzer kann knochig und knallhart sein"

Norbert Schneider trat im Laufe seiner Karriere im Vorprogramm von Größen wie B.B. King, Simply Red oder Pink auf. Foto: Stefanos Notopoulos

Norbert Schneider gastiert am 8. Juni mit einer Danzer-Hommage im Linzer Rosengarten. Im StadtRundschau-Interview spricht er über Kindergarten, Nat King Cole, und knallhartes Wienerisch.

Deine aktuelle Platte "Neuaufnahme" ist ein Sammelsurium an Hits und unveröffentlichtem Material von Austropop-Legende Georg Danzer. Wie kam es dazu?
Norbert Schneider: Danzers Nachlassverwalter kam mit der Idee auf mich zu. Ich war am Anfang skeptisch, weil Danzer in Österreich ja fast unantastbar ist. Aber ich hab’ dann auch Zugang zu unveröffentlichtem Material bekommen – eine riesen Ehre. Nur die Hits nachspielen wollte ich nicht.

Manche Lieder wie "Jö schau" sind ja Kulturgut, die man dementsprechend im Ohr hat. Wie schwierig wars den Songs eine eigene Note zu geben?
Ich hab von Danzer vor dem Projekt eigentlich nur die Hits gekannt, das hat sicher geholfen. Viele Songs hab’ ich tatsächlich nur dreimal angehört, die Akkorde runtergeschrieben und ein Demo mit Gitarre gemacht. So ist, denke ich, die Essenz geblieben.

Wenn man sich die Platte anhört, wird einem klar, wie charmant man auch Schimpfwörter verpacken kann. Ist das der Zauber des Wienerischen?
Ich denke schon. Danzer war ein Meister darin, er kann manchmal knallhart und knochig sein. Meine Wurzeln liegen ja im Blues, da wird auch manchmal geschimpft wie bei den Rohrspatzen, das hat mich natürlich besonders hingezogen. Wenn man sich "Loss mi amoi nu d’Sunn aufgeh segn" anhört, merkt man, dass Danzer auch unglaublich gut darin war, Gefühle in Texte zu verpacken. Seine Lieder über den Tod treffen mich überhaupt total.

Was wird denn beim Konzert im Rosengarten zu hören sein, was darf man von dem Abend erwarten?
Natürlich sind viele Danzer-Songs zu hören, aber auch eigene Kompositionen. Ich werde mit einer richtig tollen Band inklusive Bläsersatz und zwei Pianos auf der Bühne stehen. Ich freu’ mich riesig darauf. Die Gitarre werd’ ich aber deswegen trotzdem nicht aus der Hand geben.

Stichwort Gitarre – du hast bei der Ausbildung zum Kindergärtner die Liebe zur Gitarre entdeckt. Wie war das?
Mein damaliger Gitarrenlehrer hat mein Talent erkannt und mir Helden wie Stevie Ray Vaughan oder Django Reinhardt nähergebracht. Wir haben dann bei einer 25 Jahre-Feier der Schule ein Konzert mit Songs von den Red Hot Chili Peppers gespielt und da hat‘s mir völlig den Vogel rausgehaun. Ab dann war klar: Ich werd’ Musiker. Und natürlich hab ich das Publikum genossen, als einziger Bursch in der Schule hatte ich natürlich besonders viel Aufmerksamkeit.

Kommen wir zu deinem extravaganten Bühnenoutfit. 40er-Jahre-Anzüge sind Symbol für deine Verbundenheit zu Jazz- und Blues-Größen dieser Zeit?

Ja genau, meine ersten musikalischen Vorbilder wie Nat King Cole haben solche Sachen getragen und für mich den Begriff der Ästhetik mitgeprägt. Das sind die Typen, die ich mir als Kind über das Bett gehängt hab. Es macht Spaß, solche abgefuckten Looks zu tragen.

Anspieltipp: "Loss mi amoi no d´Sunn aufgeh segn"

GEWINNSPIEL

Die StadtRundschau verlost 2x2 Karten für das Konzert im Rosengarten – einfach die Frage richtig beantworten. Die Gewinner werden am Donnerstag, 1. Juni informiert. Viel Glück!

Die Aktion ist bereits beendet!

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