20.03.2016, 20:47 Uhr

"Hosanna!" - Palmsonntag mit Resi und Liesi

Linz: Pfarre Linz - St. Peter |

Palmsonntag mit zwei kleinen Eselmädchen in der Pfarre Linz - St. Peter

„Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir!“
Mit diesen Worten schickte Jesus seine Jünger los, um seinen Einzug in Jerusalem vorzubereiten. Jesus ist nicht auf einem edlen Pferd geritten, wie man es von einem König erwarten würde. Er kommt "per Esel". Zu Zeiten Jesu war der Esel das Fortbewegungsmittel für Leute, die sich nicht viel leisten konnten. Damit wollte Jesus klarstellen: Er will sich nicht zu den Großen und Mächtigen dieser Welt zählen lassen. Er stellt sich auf die Seite der Kleinen und Einfachen.

„Wenn Er bei uns ist, dann kann uns nichts geschehen!“

Bildlich vorstellbar wurde dies am Palmsonntag in der Pfarre Linz – St. Peter. Resi und Liesi, zwei kleine Eselmädchen, waren beim Gottesdienst mit dabei. Während die kleine Liesi es vorzog, im Hintergrund zu warten, marschierte Resi fröhlich bei der Prozession mit, die sie vom Kirchenplatz bis in die Kirche vor den Altar führte.
Pfarrer Franz Zeiger meinte in seiner Ansprache: „Manche meinen, Esel seien stur. Wer sich aber ein wenig mit Eseln befasst, wird bald erfahren, dass das nicht stimmt. Esel sind einfach nur vorsichtig. Wenn ihnen etwas komisch vorkommt, bleiben sie lieber stehen, um nicht in Gefahr zu geraten. Darüber hinaus würde ein Esel niemals einfach so mit einem fremden Menschen mitgehen. Es gilt, zuerst Vertrauen aufzubauen, dann folgt der Esel seinem Menschen überall hin. Ahmad aus der Pfarre Linz – St. Peter hat es in den vergangenen Monaten mit viel Liebe und Geduld geschafft, Vertrauen zu den beiden kleinen Eseln aufzubauen. Das war nicht leicht. Sie hatten ein schweres Schicksal. Von klein auf hatten sie keine Liebe erlebt. Niemand wollte die beiden haben und um ein Haar wären sie geschlachtet worden, wenn sie nicht von MitarbeiterInnen der Linzer TierTafel freigekauft worden wären. Seither leben sie auf einem guten Platz in Steyregg. Anfangs waren Resi und Liesi sehr verschreckt und ließen niemanden an sich heran. Aber bald wussten sie: 'Dem Ahmad können wir vertrauen. Er meint es gut mit uns. Wenn er bei uns ist, dann kann uns nichts geschehen'. Seither gehen die beiden nun ohne Wenn und Aber überall ihm hin.
Es ist erstaunlich, dass die Esel in Jerusalem den Jüngern sofort gefolgt sind, wie das Evangelium erzählt. Warum tun sie das?
Vielleicht ist es eine Botschaft an uns. Vielleicht möchten uns die Esel in Jersualem genauso wie Resi und Liesi einfach nur sagen: 'Jesus könnt ihr vertrauen. Er meint es gut mit euch. Wenn er bei euch ist, dann kann euch nichts geschehen.'“

Nach der Messfeier warteten Resi und Liesi bereits im Pfarrgarten. Dort bekamen sie von den Kindern Äpfel, Karotten und jede Menge Streicheleinheiten. Und die ganze Pfarrgemeinde feierte ein fröhliches Fest der Begegnung.

Alle Fotos: (c) MM
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