22.11.2017, 09:29 Uhr

Hausmittel: Kleine Helfer gegen Schnupfen & Co.

Hausmittel werden seit eh und je bei Erkältungen genutzt. (Foto: Lieres/Panthermedia)
Die kalte Winterzeit gilt als Blütezeit für Erkältungen: Um Halsweh, Schnupfen und Fieber zu lindern, wird gerne zu Hausmitteln gegriffen. "Grippale Infekte sind ein gutes Einsatzgebiet für Hausmittel, sofern der Infekt nicht zu stark ist", sagt Simeon Schönberger von der Linzer Schutzengel-Apotheke. Richtig eingesetzt helfen Wickel, ätherische Öle, Tees und Kräuterextrakte bei der schnelleren Heilung.

Wickel gegen Fieber

"Mit einem Wadenwickel kann die Körpertemperatur um circa ein Grad gesenkt werden", sagt Schönberger. Das Angebot in dem Bereich ist vielfältig: Neben Essigwickeln oder "Essigpatscherln" gegen Fieber hilft Thymian gegen Halsschmerzen und aufgelegter Topfen gegen Entzündungen. Beim Wadenwickel wird das Tuch in einer Lösung getränkt und mit einem zweiten Tuch an der Stelle fixiert. "Wichtig ist, dass dafür nur natürliche Fasern wie Baumwolle oder Leinen benützt werden. Synthetisches Material sollte nicht genutzt werden, weil man damit eher unnatürlich schwitzt", sagt Schönberger. Bei den "Essigpatscherln" kann eine ganze Socke in eine Essigwasser-Mischung gelegt werden. Über die Socke wird ebenfalls ein Tuch gegeben. Der Wickel bleibt dann zehn bis 20 Minuten oben und kann entfernt werden, wenn er sich erwärmt.
Besonders wichtig ist dabei, dass der restliche Körper, vor allem Hände und Füße, während der Anwendung gut durchwärmt ist. 

Tee als Allrounder

Das oberste Gebot während der Erkältung: viel Trinken. Tee eignet sich dabei besonders gut. So wirkt Tee mit Weidenrinde schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Linden- und Holunderblüte sind schweißtreibend. Auch Zistrosentee ist beliebt, muss aber drei Minuten gekocht und nicht bloß aufgegossen werden. Bei Halsschmerzen rät der Apotheker zu Kamille, Käsepappel, Schafgarbe oder Salbei. Bei Husten verschaffen Thymian, Spitzwegerich, Eibischblatt, Süßholzwurzel und Anis Linderung. Schönberger empfiehlt, Tee immer frisch zuzubereiten.

Wer keinen Tee möchte, kann zu alkoholischen Tinkturen greifen. Sie bieten ein größeres Spektrum: "Die entzündungshemmende Wirkung der Stoffe löst sich erst in der alkoholischen Mischung heraus", weiß Schönberger. Eine weitere Variante sind Kräutextrakte aus Echinacea, Pelargoniumwurzel, Propolis oder Zistrosen. „Ginseng kräftigt und stärkt nach einer überstandenen Erkrankung. Taigawurzel oder Rosenwurz werden auch zur Regenerierung genutzt", sagt der Experte.

Gegen Schnupfen empfehlen sich Spülungen mit Kochsalzlösung. Sie wirken abschwellend, befeuchtend und verflüssigen das Sekret. Inhalationen machen vor allem bei Infekten der oberen Atemwege Sinn.

Ätherische Öle

"Bei Kopfschmerzen kann man Pfefferminzöl auf die Schläfen geben. Weidenrinde hat ebenfalls einen leicht schmerzstillenden Effekt", sagt der Apotheker. Ätherische Öle können auch als Erkältungsbad und vermischt mit einem Basisöl als Körperöl genutzt werden. Achtung: Öle binden sich nicht mit Wasser, weshalb sie vorher mit einem Emulgator wie Milch, Honig oder Sahne vermischt werden müssen.


Grenzen der Selbstbehandlung

"Eine grippale Infektion sollte eigentlich nur eine Woche dauern, wenn es darüber hinausgeht, sollte ein Arztbesuch erfolgen", sagt Schönberger.
Ein Arzt sollte auch aufgesucht werden, wenn:

  • bei Erwachsenen: Fieber von mehr als 39 Grad und das länger als zwei Tage,
  • bei sehr starken Kopfschmerzen,
  • bei Husten mit Atemnot und wenn der Auswurf gelblich, eitrig oder blutig ist,
  • bei sehr raschem Krankheitsverlauf


Abgrenzung Grippe und grippaler Infekt

Symptome für einen grippalen Infekt sind eine laufende Nase samt Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen. Manchmal kommt auch eine erhöhte Körpertemperatur von 37 bis 38 Grad dazu. "Beste Prophylaxe gegen die Ansteckung ist das mehrmalige Händewaschen", sagt der Fachmann. 

Die Grippe, auch Influenza genannt, tritt meist in den Wintermonaten auf und ist bekannt für ihren raschen Krankheitsverlauf. "Das kann teilweise innerhalb von Minuten gehen", sagt Schönberger. Klassische Merkmale sind Fieber um die 39 Grad sowie Schüttelfrost, Husten und ein sehr starkes Krankheitsgefühl. Schnupfen fehlt hier allerdings oft.

Bei Erwachsenen wird übrigens erst ab 38 Grad von Fieber gesprochen. Hohes Fieber beginnt mit 39 Grad. Bei Kindern hingegen beginnt man ab 39 Grad von Fieber zu sprechen. Hohes Fieber besteht ab 40 Grad. 

"All diese Angaben beziehen sich auf die rektale Messung. Wird im Ohr gemessen, so müssen 0,3 Grad dazugerechnet werden. Wird unter der Achsel gemessen, so werden 0,5 Grad hinzugerechnet", sagt der Apotheker. 

Rezepte für Zuhause

Erkältungsbad:

  • 5 Tropfen Eukalyptus
  • 3 Tropfen Zirbenkiefer
  • 2 Tropfen Zimt

Die Ölmischung muss dann eben mit einem Emulgator (Honig, Schlagobers, Milch) vermischt werden und kann dann ins Badewasser gegeben werden.
Für das Erkältungsbad kann auch Latschenkiefer-, Kampfer- oder Fichtenöl verwendet werden.

Mischung für Körperöl:

  • Ätherisches Öl: Zwei bis drei Gramm pro 100 Milliliter 
  • mit einem Träger- oder Basisöl vermischen

Vorsicht: Es gibt zwar Öle, die man unverdünnt auf die Haut auftragen darf (zum Beispiel Pfefferminzöl), andere können aber durch ihre hohe Konzentration pur sehr hautreizend sein. 


Inhalation mit Kochsalzlösung: 

  • Neun Gramm Kochsalz
  • Ein Liter Wasser

Diese Mengen miteinander vermischt ergeben die optimale Salzwasser-Mischung für Inhalationen. 
Bei Bronchitis empfiehlt sich übrigens eher die Verwendung von Inhalationsgeräten mit Verneblerfunktion. Dies sei effektiver, weil damit tatsächlich die Lunge erreicht wird. 
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