22.05.2017, 13:55 Uhr

MiniMed: Esskultur statt Ernährungsdschungel

Das MiniMed-Podium: Iris Huber, Heike Hauser-Rader, Moderatorin Christine Radmayr und Elisabeth Mayr-Frank. (v. l.) Foto: BRS
LINZ (jog). Ernährung beeinflusst ganz wesentlich das Wohlbefinden, die Gesundheit, Energie, Vitalität und Fitness. Es ist heutzutage jedoch schwerer denn je, Orientierung beim Thema Ernährung zu finden. Drei Expertinnen aus der Allgemeinmedizin, Psychologie und Ernährungswissenschaft gaben am vergangenen Mittwoch im Rahmen der MiniMed-Vortragsreihe der OÖ Gebietskrankenkasse im Neuen Linzer Rathaus Einblicke und Tipps. "Es gibt viele Gründe, warum das Thema Essen heute so kompliziert ist. Einer davon ist der Hype um Unverträglichkeiten", sagt Allgemeinmedizinerin Elisabeth Mayr-Frank.

Falsche Dosierung gefährlich
Durchschnittlich zwölf Prozent der Menschen geben an, dass sie eine Allergie haben, tatsächlich sind es bei Erwachsenen knapp zwei Prozent. "Man muss klar zwischen ungefährlichen Unverträglichkeiten und Allergien unterscheiden." Auch beim Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln rät die Allgemeinmedizinerin zur Vorsicht: "Sogenannte Superfoods sind ein boomender Wirtschaftszweig, bei falscher Dosierung können sie aber mehr Schaden anrichten, als tatsächlich zu helfen. Mangelernährung kommt ohnehin in unseren Breitengraden nur sehr selten vor." Viel wichtiger wäre bei der Ernährung, Vielfalt und Esskultur zu leben, egal ob in Gesellschaft oder alleine. "Ernährung ist eng mit Emotionen verknüpft. Wir versuchen etwa Gefühle wie Einsamkeit und Kummer mit Essen zu regulieren", sagt Gesundheitspsychologin Heike Hauser-Rader. Um das Ernährungsverhalten zu ändern, müsse man nach der Wurzel suchen. "Essverhalten ist die Folge einer bestimmten Situation. Gedanken und Gefühle führen dann zu einem bestimmten Vehalten", so Hauser-Rader. Ein Muster wäre, nach einer Kränkung gleich zur Keksschachtel zu greifen. "Wer abnehmen möchte, soll nicht dauernd auf die Waage steigen. Man sollte an das denken, was man direkt beeinflussen kann – wie Bewegung, Freizeit- und Ernährungsverhalten. Als Naschkatze völlig auf Schokolade zu verzichten, macht dabei aber überhaupt keinen Sinn. Kleinere Rückschläge sind völlig normal", sagt Ernährungswissenschafterin Iris Huber.
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