01.10.2014, 08:28 Uhr

Was Senioren in jedem Alter für sich tun können

Peter Dovjak ist Experte für Altersmedizin. (Foto: gespag)
Untrainiert verliert der Körper mit jedem Lebensjahrzehnt ein Stück seiner Leistungs- und Erneuerungsfähigkeit. Der Mensch kann jedoch bis ins hohe Alter Neues lernen, den Körper trainieren und der Gesundheit Gutes tun. Es liegt an jedem selbst, den medizinischen Fortschritt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse optimal zu nutzen. „Altern und die damit einher gehenden Abbau-Prozesse sind ganz normale Vorgänge, die jeden irgendwann betreffen. Natürlich müssen viele Menschen im Alter lernen, mit der einen oder andere gesundheitlichen Einschränkung zu leben, aber das schließt Zufriedenheit und Lebensqualität nicht aus“, sagt Peter Dovjak, Referent für Altersmedizin bei der Ärztekammer für OÖ. „Bis ins hohe Alter ist es wichtig, sorgsam mit seinem Körper und seiner Gesundheit umzugehen und auch auf sein seelisches Wohlbefinden zu achten“, so Dovjak.

Anregungen des Experten


• Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse des Körpers ab, während der Fettanteil steigt. Wer gleich viel isst ist wie früher, wird in der Regel Gewicht zulegen. Mit leichter, ausgewogener Mischkost, etwas kleineren Portionen, regelmäßiger Bewegung und altersangepasstem Krafttraining kann man gegensteuern. Wer allein keine Lust auf Sport hat: In vielen Gemeinden gibt es Aktivitäten in der Gruppe, da macht es gleich mehr Spaß und man trifft Gleichgesinnte.

Bewegung ist auch die beste Vorbeugung gegen Knochenschwund (Osteoporose). Für den Knochenaufbau sind außerdem Kalzium (enthalten z. B. in Milchprodukten) und Vitamin D wichtig. Letzteres bildet unser Körper durch Sonneneinstrahlung über die Haut, daher sind regelmäßige Aufenthalte im Freien gut, solange man keine langen, ungeschützten Sonnenbäder nimmt. Wenn es sinnvoll und notwendig ist, kann der Arzt / die Ärztin auch Vitamin-D-Präparate verschreiben.

• Das Durstgefühl und der Geschmackssinn können nachlassen. Man sollte darauf achten, genug Wasser zu trinken und beim Kochen trotzdem nicht mehr zuckern und salzen als früher. Besser ist es, auf andere Gewürze oder Kräuter auszuweichen.

• Die sinkende Regenerations- und Leistungsfähigkeit trifft viele Bereiche: Viele Senioren hören schlechter oder leiden unter unkontrolliertem Harnverlust, auch in der Sexualität läuft nicht alles wie früher. Das meiste davon kann man zwar nicht „wegtherapieren“, doch meist gibt es medizinische Hilfe. Wichtig ist: Keine falsche Scham, sondern zum Arzt des Vertrauens gehen.

• Auch die Haut bekommt das Alter zu spüren: Sie verliert an Elastizität, Wunden brauchen länger zur Heilung (vor allem bei Diabetikern). Es empfiehlt sich eine Hautpflege mit fetthaltigen Cremes und rückfettenden Reinigungsgels. Wunden, die schlecht heilen, ärztlich abklären lassen!

• Ein paar Wochen Bettlägerigkeit können im höheren Lebensalter rasch in eine langfristige Pflegebedürftigkeit münden. Wer gestürzt ist bzw. länger im Spital war, sollte die inaktiven Phasen so kurz wie möglich halten und so rasch es geht, wieder aufstehen und gehen – wenn nötig, mit Gehhilfen.

• Nicht nur auf den Körper, auch auf das Gehirn achten: Geistige Aktivität kann Abbauprozesse oder Demenz zwar nicht verhindern, aber zumindest hinausschieben. Egal, ob man Kurse besucht, Sprachen lernt, zu Kulturveranstaltungen geht, Sudoku löst oder Mitglied beim Chor ist: Hauptsache, man bleibt geistig aktiv und pflegt Kontakte zu anderen Menschen.

„Etwas für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu tun lohnt sich in jedem Alter. Die Einstellung ‚Das zahlt sich bei mir eh nicht mehr aus‘ sollte man überdenken“, so Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für OÖ.
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