01.12.2016, 11:31 Uhr

"Brauchtum steht bei uns an erster Stelle"

Schaurige Maske, riesige Hörner, Glocke und Rossschweif: Auch wenn einem der Anblick der Perchten und Krampusse Angst einjagan kann, sind sie nicht so fürchterlich, wie sie aussehen. (Foto: Reich/BRS)

Die Mettmacher Perchtengruppe will vor allem die Tradition und die Bräuche bewahren.

METTMACH (gasc). Perchten treten in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr auf. Doch wofür gibt es die schaurigen Gestalten eigentlich? Dominik Denk erklärt: "Früher waren Perchtenläufe eigentlich dazu da, böse Geister auszutreiben. Heutzutage dienen sie vor allem der Unterhaltung."
Denk hat 2005 die Mettmacher Perchtengruppe "Viehbergteifen" mitgegründet und übernahm später den Posten des Vereinsobmanns.

Nikolaus, Krampus, Perchte

Doch bei den Viehbergteifen – der Name kommt vom größten Berg in Mettmach – sind nicht nur Perchten dabei. "Wir haben rund 30 Mitglieder in verschiedenen Rollen, da sind auch Feuerspucker, Krampusse und ein Nikolaus dabei", so Denk.
Mitglieder heißen sie in jedem Alter willkommen. "Bei uns sind die Leute zwischen 15 und 70 Jahren alt", sagt der Obmann, "aber wenn jemand unter 16 ist, müssen die Eltern als Aufsichtspersonen bei den Läufen dabei sein." Diese verkleiden sich dann nicht, sondern gehen als Ordner mit.


Notwendige Utensilien

Am wichtigsten ist für die Viehbergteifen natürlich ihre Ausrüstung. Denk erklärt: "Ein Ziegen- oder Schafsfell, Maske, Glocke und der Rossschweif dürfen bei einem Percht nicht fehlen. Der Krampus hat statt des Rossschweifes eine Rute." Den Unterschied der beiden Gestalten erkennt man übrigens an der Anzahl der Hörner: Der Krampus hat nur zwei, ein Percht mindestens sechs.
Die Ausrüstung von Krampus oder Percht ist nicht günstig: "Allein ein neues Fell kostet zwischen 600 und 1000 Euro. Wer sich komplett neu einrüstet, kommt auf etwa 1500 Euro."

Die Perchtenzeit

Rund 15 Auftritte haben die Viehbergteifen im Jahr, vor allem in Ober- und Niederösterreich, Salzburg und in Teilen Deutschlands. Sie werden entweder gebucht oder nehmen an Events anderer Perchtengruppen teil. Außerdem organisieren sie jedes Jahr selbst zwei Läufe. "2011 haben wir den größten Perchtenlauf des Innviertels veranstaltet", sagt der Obmann stolz, "das war ein großes Spektakel: Rund 50 Vereine waren dabei." Außerhalb der Saison trifft sich der Verein einmal im Monat zum Stammtisch.

Kindern die Angst nehmen

Den Viehbergteifen geht es allerdings nicht darum, Angst und Schrecken zu verbreiten. Domink Denk sagt, sie seien eine der familienfreundlichsten Gruppen.
"Bei uns geht es um den Brauch, nicht ums Zuhauen. Wir heben die Kinder hoch und machen Fotos mit ihnen. Und vor allem nehmen wir unsere Masken herunter, wenn sie sich fürchten. Aber generell geht es nicht mehr so wild zu wie früher. Und das ist auch gut so", sagt der Obmann.



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