31.10.2016, 12:34 Uhr

Ehrenamtliche Helfer bringen Bücher ans Krankenbett

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Bücherei auf Rädern freuten sich über die Ehrung. (Foto: KUK)

Die "Bücherei auf Rädern" am Kepler Universitätsklinikum feierte das 30-jährige Bestehen.

Vor 30 Jahren gründete die evangelische Krankenhausseelsorgerin Liesl Ammerer die „Bücherei auf Rädern“ an der damaligen Kinderklinik in Linz. An der Initiative beteiligte sich rasch auch die katholische Krankenhausseelsorge. Auch wenn Bücher keine Bildschirme haben und man sie nicht scrollen kann, ist die Bücherei auf Rädern 30 Jahre nach ihrer Gründung immer noch ein echter Renner bei den Kindern. Die 27 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen rollen den 350 kg schweren Bücherwagen jeden Dienstag und Donnerstag durch die Bettenstationen. Den Patienten stehen damit rund 6.000 Bücher zur Wahl und seit 2003 werden außer Kindern auch Frauen auf den Gynäkologischen Stationen beliefert. 12.500 Entlehnungen gab es allein im Jahr 2015.

Dankeschön vom Landeshauptmann

Nun würdigte Landeshauptmann Josef Pühringer bei den Feierlichkeiten zum 30-Jahre-Jubiläum die ehrenamtlichen Helferinnen. Pühringer, der selbst in jüngeren Jahren als Bibliothekar in seiner Heimatstadt Traun tätig war, wusste wovon er spricht, als er dieses Angebot bei der Jubiläumsfeier lobte: „Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre unser Bundesland deutlich ärmer. Sie leisten in vielen Bereichen der Gesellschaft, ob bei den Einsatzkräften Feuerwehr und Rettung, beim Sport, in der Kultur, aber auch im Sozialbereich äußert wertvolle Arbeit, wofür ich mich ganz herzlich bedanke.“

Oase im Klinikalltag

Die Leiterin der Bücherei und einzige hauptberufliche Mitarbeiterin, Tanja Radlmüller, betrachtet die Bücherei, die auch einen festen Standort hat, als Oase im Klinikalltag, die zum Verweilen einlädt: „Wenn wir unsere kleinen Patienten mit Büchern versorgen oder ihnen daraus vorlesen, dann fühlen sie eine Geborgenheit, die ihnen gut tut. Sie können mit unseren Büchern in eine Welt der Phantasie abtauchen und ihr seelisches Wohlbefinden verbessern.“ Auch der Ärztliche Direktor des Kepler Uniklinikums, Heinz Brock, glaubt intuitiv an die positive Wirkung von Büchern auf die Gesundheit, auch wenn „wir leider noch nicht soweit sind, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Lesen und schnellerer Genesung wissenschaftlich nachgewiesen worden wäre. Wenn dem so wäre, müssten wir das Lesen in den medizinischen Therapieplan aufnehmen. Dennoch bin ich überzeugt, dass Ablenkung mit Büchern die Krankheit und den Schmerz in den Hintergrund drängen und das ist in jedem Fall gut, insbesondere für Kinder.“ Auch Pflegedirektorin Simone Pollhammer ist stolz auf das Angebot und die Vielfalt der Bücher, die den Patienten zur Verfügung stehen. Sie schätzt im Namen der gesamten Pflege, „dass die Mitarbeiterinnen der Bücherei durch die Vermittlung von Büchern und auch durch das Vorlesen, vor allem den Kindern Zeit und Zuwendung geben und ihnen dadurch den Aufenthalt im Krankenhaus so angenehm wie möglich gestalten".


Kooperation wird fortgesetzt

Die Kaufmännische Geschäftsführerin des Kepler Uniklinikums, Elgin Drda, zeigt sich glücklich darüber, „dass der Kooperationsvertrag zur Bücherei auf Rädern am 27. Oktober 2016 zwischen Evangelischer Kirche, Katholischer Kirche und Kepler Uniklinikum unterzeichnet wurde. Somit ist das weitere Bestehen dieses wertvollen Angebotes auch im Rahmen des neuen Uniklinikums gesichert. Ich möchte mich auch ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen der Bücherei bedanken, die mit Herz und Seele den Patienten einen großen Dienst erweisen.“
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