17.05.2016, 13:45 Uhr

Bewohner wehren sich

Klaus Grininger (vorne, r.) von den Grünen will sich für die Anliegen der Bewohner auch im Gemeinderat einsetzen.

Durch die Verbreiterung der A7 droht Bewohnern der Posthofstraße ein Verlust an Lebensqualität.

Die Situation ist für die Bewohner der Posthofstraße eine herausfordernde. Im Zuge der notwendigen Ausbauarbeiten der A7-Autobahn wird die Straße um vier Meter in ihre Richtung verbreitert. Dabei wird auch ein Pannenstreifen installiert, um die Sicherheit zu gewährleisten. "Die gesetzlichen Normen geben eine Mindestbreite von 3,5 Metern vor. Ohne den Pannenstreifen prolongieren wir eine Situation, die nicht unproblematisch ist", sagt Martin Pöcheim, Gruppenleiter der Asfinag. Diese Breite ermöglicht es auch im Falle einer Baustelle, einen zweispurigen Verkehr in beide Richtungen aufrechtzuerhalten. Notwendig wird auch ein vier Meter breiter Wartungsstreifen direkt auf dem Grundstück der Anrainer. Die Auswirkungen des Baus sind für die Bewohner aber dramatischer als der reine Grundstücksverlust. Durch die Verbreiterung muss die begrünte Böschung abgetragen werden. Zudem würde die versetzte Lärmschutzwand den Bewohnern mehrere Stunden Sonne pro Tag nehmen. Christine Binder in der Posthofstraße 16 würde durch die Umbauarbeiten also nicht nur 70 Quadratmeter ihres Grundstücks sowie ihre Hütte verlieren, sondern auch noch viel Lebensqualität. Den Anrainern geht es ähnlich. "Die Aufregung bei den Bewohnern ist für uns nachvollziehbar. Wir können aber zum Beispiel im oberen Bereich die Lärmschutzwand transparent machen. Wir sind da sehr gesprächsbereit", sagt Pöcheim.

Mangelhafte Gespräche
Genau diese Gesprächsbereitschaft sehen die Bewohner der Posthofstraße grundlegend anders. "Die Bauvorhaben wurden schon eingereicht, bevor man uns überhaupt informiert hat. Uns werden immer einfach die Tatsachen präsentiert", sagt Gabriele Neumüller, ebenfalls Bewohnerin in der Posthofstraße. "Die Asfinag wird uns das Grundstück abkaufen wollen, aber es geht uns überhaupt nicht ums Geld. Was wir wollen ist der Erhalt unserer Lebensqualität", so Neumüller. "Wenn man statt den vier Metern die Spur nur um zwei Meter, also für einen normalen Pannenstreifen verbreitert, dann könnten wir damit durchaus leben. Wir sind ja auch für den Ausbau von Sicherheit", sagt Christine Binder und fügt hinzu: "Die Asfinag schaut nicht, was möglich ist, sondern sie machten es einfach." Das sieht auch Klaus Grininger, Verkehrssprecher der Grünen, so, der sich bei einem Lokalaugenschein einen Eindruck von der Situation machte. "Der Umgang mit den Familien ist für mich unverständlich", so Grininger. Diese Vorwürfe weist man bei der Asfinag aber entschieden von sich. "Das ist nicht nachvollziehbar. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir genau wussten, was wir machen werden, haben wir umgehend informiert. Wir stehen auch jederzeit für Gespräche zur Verfügung und sind diskussionsbereit", sagt Pöcheim.
Die Bewohner sind mittlerweile in die Offensive gegangen und haben eine Attrappe der Lärmschutzwand aufgestellt, um das Ausmaß der Umbauarbeiten visuell darzustellen. "Wir wollen zeigen, welchen enormen Einfluss dieser Bau für unsere Lebensqualität tatsächlich hat", sagt Binder. Grundsätzlich wollen beide Parteien kompromissbereit sein. Ob es tatsächlich zu einer Lösung, die für alle Beteiligten akzeptabel ist, kommt, zeigt sich vielleicht schon Ende Mai. Dann wird es ein Gespräch zwischen Asfinag und Bewohnern geben.
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