16.01.2018, 14:10 Uhr

Das große Krabbeln ist am Vormarsch

Vor dem Work-out das Aufwärmen nicht vergessen.
LINZ. MITTEN DRIN. Mit Knieschonern auf allen Vieren kriechend, in einer Kolonne, bewegen wir uns in der Linzer Bruckneruni durch den Trainingssaal. Irgendwie muss ich an den Animationsfilm "Das große Krabbeln" denken. "Die Übung nennt sich Ameisenstraße und ist der Höhepunkt jeder Crawling-Einheit", erklärt uns Johannes Randolf. Der 50-Jährige ist Crawling-Instructor und -Ausbildner. Seit zwei Jahren ist "Crawling", zu Deutsch "Krabbeln", als Fitness-Trend in den USA bekannt.

Koordination fördern
Etwa zur selben Zeit kam der Tanztrainer auf die Idee, Übungen zu entwickeln, die die Wirbelsäule stärken und die Beweglichkeit und Koordination verbessern. Vom "Crawling" als amerikanischen Fit-Sport hatte der ausgebildete Physiotherapeut damals aber noch gar keine Ahnung. Erst über die Recherchen zu seinem ersten Buch wurde er auf den Hype in Amerika aufmerksam. Seine Übungen haben aber mit dem "amerikanischen Crawling" nichts gemein, ist es ihm wichtig zu betonen. Ihm gehe es darum, mit den Bewegungen die Gesundheit zu fördern. Dass auch der Körper dabei gut trainiert wird, ist ein toller Zusatzeffekt. So einfach die Übungen beim Vorzeigen wirken, so groß sind die Schwierigkeiten schon beim einfachen Krabbeln auf allen Vieren. "Gib die linke Hand nach vorn und beweg dich dazu gegengleich mit dem rechten Knie vorwärts." Gar nicht so einfach, denke ich und stelle mich ähnlich tollpatschig an wie Flik, die Ameise aus "Das große Krabbeln". Schon bei der Koordination stoße ich an meine Grenzen. Wie es sein kann, dass man an einer Bewegung scheitert, die man schon als Baby erlernt hat, frage ich Johannes Randolf.

"Crawling" arbeitet mit dem Oberkörper 
"Weil wir im Alltag das Krabbeln nicht mehr brauchen. Beim Crawling arbeitet man viel mit dem Oberkörper, für den Bürojob braucht man diese Körperregion nicht." Die Folge seien Beschwerden an der Hals- und Lendenwirbelsäule. Zum Abschied gibt uns Johannes Randolf Folgendes mit: "In den nächsten Tagen werdet ihr einen gescheiten Muskelkater haben. Ihr werdet Muskelpartien spüren, von denen ihr nicht mal wusstet, sie zu haben.", Er sollte recht behalten, zwei Tage nach dem Probe-Work-out machte sich ein ordentlicher Muskelkater im Bauch und in den Armen bemerkbar. Aber der Spaß war es wert.
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