31.03.2017, 11:20 Uhr

Der Maulwurf – ein unterschätzter Nützling

© Werner Gamerith
Im Frühling, wenn das Gras noch kurz ist, sind sie oft in großer Anzahl auf dem Rasen oder in Wiesen zu sehen: frisch angehäufelte, dunkel glänzende Erdhügel. Meist nicht zur Freude der Landwirte oder Gartenbesitzer ist hier der überaus emsige Maulwurf am Werk. Doch ist ihm nicht leicht beizukommen und das ist auch gut so!

Meist bleibt der fleißige Tunnelgräber im Verborgenen und nur die überschüssige Erde, die er als „Bauschutt“ vor seinen Gängen entsorgt, zeugt von seiner Anwesenheit. Seine Unbeliebtheit hat er einzig und allein seiner unaufhörlichen Grabtätigkeit zu verdanken, da viele Hobbygärtner und auch Landwirte die Hügel, die er dabei aufwirft, als optisch störend empfinden. Bei sehr hoher Anzahl können sie zwar das Mähen erschweren, Schäden an Wurzeln entstehen dadurch allerdings kaum.

Will man den Maulwurf unbedingt in die rein menschlichen Kategorien Nützling oder Schädling einordnen, so ist er ganz sicher Ersteres.

Nützlicher Schädlingsvertilger mit empfindlicher Nase

Da der passionierte Fleischfresser eine sehr hohe Stoffwechselrate hat, ist er in seinem weit verzweigten Höhlensystem ständig auf der Suche nach Nahrung, um seinen Hunger zu stillen. Dabei ist er nicht wählerisch, auf seinem Speiseplan steht so gut wie alles was tierischen Ursprungs ist und das Pech hat, sich in seinem unterirdischen Jagdrevier aufzuhalten, angefangen von Insektenlarven, bis hin zu Schnecken und Mäusen. Seine kleinen, im dichten Fell verborgenen Augen sind ihm dabei keine Hilfe. Für die Nahrungssuche nutzt er vor allem seine gute Nase mit den feinen Tasthaaren und sein ausgezeichnetes Gehör.

Einsiedlerischer Wühlmausschreck

Um seinen großen Nahrungsbedarf zu stillen, kann der Maulwurf ein bis zu 3000 m² großes Revier nutzen, das er mit einem Gangsystem von mehreren hundert Metern durchzieht. Hierfür nutzt er seine schaufelartigen Vorderbeine, wobei beim Graben Mund und Nase mit Hautfalten verschlossen werden, um sie vor Erde zu schützen. Sein dichtes schwarzes Fell verfügt über keinen Strich, dadurch kann er sich gleichermaßen einfach in seinen Tunneln vorwärts und rückwärts bewegen. Außerhalb der Paarungszeit im Frühjahr sind Maulwürfe strikte Einzelgänger, die neben sich weder Artgenossen noch Wühlmäuse dulden und diese mit großer Vehemenz aus ihrem Revier vertreiben.

Wer also einen Maulwurf im Garten hat, sollte sich darüber freuen, denn neben einem effektiven Schädlingsvertilger, der über 30 kg Futtertiere pro Jahr frisst, belüften seine Gänge den Boden und lockern ihn gleichzeitig. „Bei all diesen positiven Eigenschaften kann man dann schon über den einen oder andern Hügel hinwegsehen“, sagt Ökologin Gudrun Fuß vom Naturschutzbund Oberösterreich, zumal sich die aufgeworfene Erde bestens zur Anlage von Blumenbeeten eignet.
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