05.09.2014, 15:26 Uhr

Ebola-Verdachtsfall in Oberösterreich: Entwarnung

Neuer Ebola-Verdachtsfall in Oberösterreich: Ergebnisse der Blutprobe werden noch für den Abend des 5. September 2014 erwartet. (Foto: Eppele/fotolia)

Update: Gestern Abend konnte im Ebola-Verdachtsfall Entwarnung gegeben werden. Der 15-Jährige leidet nicht an der Seuche. Wie das Allgemeine Krankenhaus Linz (AKH) mitteilt, bestehe aber der Verdacht auf Malaria.

LINZ, OÖ (smw). Ein 15-Jähriger, seit vor kurzem aus Nigeria zurück, wurde am Freitag von seinem praktischen Arzt zur Risikobeurteilung ins AKH Linz geschickt, informierte Gesundheitsreferent Landeshauptmann Pühringer. „In Oberösterreich ist ein weiterer Verdachtsfall aufgetreten, der eine Abklärung auf eine Ebola-Infektion notwendig gemacht hat", gab Gesundheitsreferent Landeshauptmann Josef Pühringer am Nachmittag des 5. September 2014 bekannt.

Konkret handelt es sich dabei um einen 15-jährigen Oberösterreicher, der erst vor kurzem vom Familienbesuch aus Nigeria heimgekehrt war, und der heute einen praktischen Arzt in Leonding aufgesucht hat.

Der praktische Arzt kontaktierte die zuständige Amtsärztin, die nach Rücksprache mit der Abteilung Gesundheit eine Risikobeurteilung durchführte. Wie in solchen Fällen vorgesehen, wurde ein Infektionstransport mit dem Roten Kreuz ins AKH Linz organisiert. Das Krankenhaus wurde über die Aufnahme vorinformiert und empfing den Patienten unter den entsprechenden Vorkehrungsmaßnahmen.

Zur Diagnose wurden Blutproben zur AGES, Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, geschickt, das Ergebnis wird noch für heute Abend erwartet.

Alle Kontaktpersonen wurden bereits eruiert, um weitere Maßnahmen im Falle einer Laborbestätigung rasch treffen zu können.

Pühringer: "Sämtliche Vorkehrungen werden getroffen, damit es zu keinen – potenziellen – Ansteckungen kommen kann. Wir gehen in engem Kontakt mit den fachlichen Stellen mit äußerster Genauigkeit und Vorsicht vor."

Pühringer teilte mit, dass die Öffentlichkeit über die Untersuchungsergebnisse entsprechend informiert werden wird.


ZUR SACHE
Laut einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO droht dem Südosten Nigerias eine Welle von Ebola-Erkrankungen. Mittlerweile hat die Epidemie in Westafrika mehr als 1900 Menschenleben gefordert. Laut WHO sind derzeit 3500 Menschen erkrankt.


19. August:

Kein Ebola! Zwei Verdachtsfälle in Oberösterreich blieben zum Glück unbestätigt

Blutproben zweier Männer, die aus Lagos, Nigeria, eingereist sind, und an Fieber erkrankten, zeigten keine Infektion, teilt Gesundheitsreferent Landeshauptmann Josef Pühringer mit.

Das Laborergebnis der Blutproben wurde am 19. August 2014 in den späten Abendstunden vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg telefonisch Gesundheitsreferent Landeshauptmann Josef Pühringer, der Abteilung Gesundheit des Amtes der OÖ. Landesregierung und dem Landeskrankenhaus Vöcklabruck mitgeteilt.
Pühringer: "Es ging darum, möglichst rasch jeden Verdacht auszuräumen. Unsere Gesundheitsbehörden sind weiter auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ich danke allen befassten Behörden und allen Mitarbeitern, die rund um die Uhr im Einsatz waren, um möglichst rasch Klarheit zu schaffen."

Konkret hatte es sich um zwei Männer gehandelt, die am 13. August 2014 von Lagos (Nigeria) kommend nach Österreich eingereist sind, und bei denen Fieber
aufgetreten ist. Wie in solchen Fällen vorgesehen, kontaktierte die praktische Ärztin daraufhin den zuständigen Amtsarzt des Bezirks, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
Nach Rücksprache mit dem Bundesministerium für Gesundheit durch die Abteilung Gesundheit des Landes Oberösterreich wurde folgendermaßen vorgegangen:

+ Die praktische Ärztin führte eine Risikobeurteilung nach den geltenden nationalen
und internationalen Richtlinien durch.

+ Anschließend wurden die zwei Patienten mittels "Infektionstransport" vom Roten
Kreuz in das vorab informierte Krankenhaus transportiert und dort in einem
Isolierzimmer untergebracht.

+ Zur Diagnose wurden Blutproben in das Bernhard-Nocht-Institut nach Hamburg
geschickt – das Ergebnis wird noch heute erwartet.


ZUR SACHE


Das Ebolafieber, kurz Ebola, ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus ausgelöst wird. Aktuell hat eine Ebola-Epidemie in Westafrika bereits über 1200 Tote gefordert, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte. Mehr als 2200 Menschen haben sich mit dem sehr oft tödlichen Virus infiziert. Betroffen sind vor allem Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria.
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