25.07.2017, 09:28 Uhr

"Einmal am Tag brennt es in Linz"

Die Feuerwache Nord wird derzeit bei laufendem Betrieb umgebaut. (Foto: Berufsfeuerwehr Linz)

Die Berufsfeuerwehr Linz zog Bilanz über ein ereignisreiches Jahr 2016.

Ein Einsatz ist Branddirektor Christian Puchner noch besonders in Erinnerung: Im Seniorenheim in der Freistädter Straße war im April ein Brand ausgebrochen, eine Bewohnerin hatte sich auf der Toilette versteckt. Die Feuerwehrleute bekämpften die Flammen und konnten die Frau schließlich in Sicherheit bringen. Dies war jedoch nur einer von 520 Bränden, die die Mitglieder der Linzer Berufsfeuerwehr im Vorjahr löschten. "Einmal am Tag brennt es in Linz in unterschiedlichen Dimensionen", sagt Puchner. Im Vergleich zu den Vorjahren sank die Zahl der Brandeinsätze jedoch signifikant. "Das liegt auch daran, dass im Bereich der Präventivarbeit viel geleistet wurde", sagt Vizebürgermeister Detlef Wimmer.

Sachwerte in Millionenhöhe gerettet

Im Schnitt mussten die 178 Feuerwehrleute 2016 elf Mal pro Tag ausrücken, um Menschen und Tieren in Notlagen zu helfen. Dabei wurde auch eine Rekordmarke geknackt: Die Feuerwehr konnte Sachwerte in Höhe von 20,4 Millionen Euro retten. Erstmals wurde damit die 20-Millionen-Euro-Marke überschritten. Unbezahlbar sind jedoch die Leben, die die Feuerwehr retten konnte. Im Vorjahr waren das 161 Personen. Ein Großteil davon musste aus steckengebliebenen Aufzügen gerettet werden. Die weitaus meisten Einsätze der Linzer Berufsfeuerwehr (2.500) betrafen technische Hilfeleistungen. "Die Einsatztätigkeit wird immer komplexer. Neue Technik bringt auch neue Herausforderungen für die Feuerwehr mit sich", sagt Puchner.

Feuerwache wird umgebaut

Damit das Leistungsniveau künftig weiterhin hoch bleibt, investiert die Stadt in die Infrastruktur. "Trotz nötiger Sparmaßnahmen konnten wir die Mittel für die dringend notwendige Sanierung der Feuerwache Nord aufbringen", freut sich Bürgermeister Klaus Luger. Seit rund 40 Jahren wird das Gebäude in Urfahr rund um die Uhr genutzt und war daher stark in die Jahre gekommen. Es wird daher umgebaut, bei laufendem Betrieb – "eine logistische Meisterleistung", so Luger. Die Feuerwehrmänner sind während der Umbauarbeiten in Containern untergebracht. Am Ende des Jahres 2017 stehen ihnen dann ein neu strukturiertes Erdgeschoß, ein Zubau mit Garagen, Werkstätten und Atemschutzwerkstätte sowie ein 14 Meter hoher Übungsturm zur Verfügung. Die Kosten dafür belaufen sich auf sieben Millionen Euro.

Aufnahmeprüfung 2018

Derzeit sind die Männer bei der Berufsfeuerwehr noch unter sich. Bisher hat keine Bewerberin das harte Aufnahmeverfahren bestanden. "Beim jedem Termin gibt es zwischen 60 und 80 Bewerber. Davon waren beim letzten nur drei Frauen. Wir erarbeiten aber ein Programm, um mehr Frauen für den Feuerwehrdienst zu begeistern, etwa mit verstärkten Infos oder Trainingsunterstützung", sagt Puchner. Der nächste Bewerbungstermin ist für 2018 geplant.
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