01.07.2015, 20:00 Uhr

Ferien: „Kinder brauchen Zeit mit Eltern“

Ganz oben auf der Ferienwunschliste: Zeit mit der Famillie verbringen. (Foto: pressmaster/Fotolia)

Um die Ferienbedürfnisse von Kindern und Eltern unter einen Hut zu bringen, kommt es auf den richtigen Mix an.

Neun Wochen Ferien sind eine lange Zeit. „Kaum jemand hat so viel Urlaub und auch mit familiärer Unterstützung lässt sich diese Zeit meist nur schwer überbrücken“, sagt Christa Pacher, Geschäftsführerin des Familienbundes OÖ. Auf Betreuungsangebote in den Sommermonaten sind daher die meisten Familien angewiesen. Allein in Linz gibt es Hunderte Angebote. Wie findet man dabei die Richtigen? „Die Eltern sollten sich bei der Auswahl auch nach den Bedürfnissen der Kinder orientieren“, rät Daniela Kneidinger von der Ferienbetreuung der Kinderfreunde Linz. Nicht immer ist das jedoch möglich, weiß Pacher, die selbst bereits ein Ferienprogramm entwickelt hat: „Manche Angebote starten erst nach neun Uhr oder erfordern die Anwesenheit der Eltern. Das ist für Berufstätige nicht geeignet.“ Als Erstes sollte man sich daher über die nötigen Anforderungen des Betreuungs-angebots klar werden. Zudem kann man auf eine pädagogische Grundausbildung sowie regelmäßige Schulungen der Betreuer und festgeschriebene Qualitätsstandards achten, so Kneidinger. Zahlreiche Angebote findet man etwa über die FamilyApp des Bundesministeriums (www.bmfj.gv.at) oder über den Kinderkompass des Landes OÖ (www.kinderkompass-ooe.at). Neben Reit- oder Tenniswochen und Feriencamps gibt es dabei auch „freiere Angebote, die es Kindern ermöglichen, Neues kennenzulernen, viel auszuprobieren und sich dabei selbst zu erfahren“, so Pacher. Bewegung, Musik oder Angebote in der Natur schaffen einen Ausgleich zum oft stressigen Schulalltag.


Ferien sind zur Erholung da

Am wichtigsten bei der Ferienplanung ist es demnach, den Kindern genügend Zeit zur Erholung zu geben. Die ersten zwei, drei Wochen sollten laut Pacher nur der Entspannung dienen: „Kinder wünschen sich vor allem Zeit mit den Eltern. Dazu wollen sie keine Langeweile sondern spannende, abwechslungsreiche Erlebnisse und Zeit mit den Freunden.“ Der Familienurlaub wird am besten gemeinsam geplant. Ein Tipp von Kinderfreunde-Expertin Daniela Kneidinger: „Jedes Familienmitglied sollte die Möglichkeit haben, seine Interessen kundzutun. Ideen können gesammelt und danach diskutiert werden, wenn die Kinder schon in diesem Alter sind.“ Die letzten zwei bis drei Wochen vor Schulbeginn können dann zur Auffrischung des Lernstoffs genutzt werden. Ohne Zeit und Termindruck können sich Kinder meist viel besser konzentrieren. Pacher: „Spielerische Angebote, die in den Alltag integriert werden, sind besser als stundenlange Lerneinheiten. Man kann Kinder etwa während der Ferien ein Tagebuch über ihre spannenden Erlebnisse führen oder im Auto einfache Kopfrechnungen üben lassen.“

Tipps: Lernen in den Ferien
Nicht alle können die Ferien unbeschwert genießen. So fällt das Lernen leichter:
x.) Mit dem Lehrer besprechen, in welchem Bereich das Kind Lernschwächen hat.
x.) Lernplan erstellen: Es lohnt sich, den Lernstoff in kleinere Einheiten zu strukturieren. So behält man den Überblick und hat mit jedem Punkt, den man abhakt, ein Erfolgserlebnis.
x.) Regelmäßige kleine Lerneinheiten sind effektiver als ein großer Lerntag in der Woche. Dank regelmäßiger Wiederholungen kann das Gehirn den Stoff optimal abspeichern.
x.) Am besten lernt man direkt nach dem Aufstehen.
x.) Kleine Belohnungen sind ein großer Ansporn und stärken das Durchhaltevermögen. Besser als Materielles sind etwa Familienausflüge.
x.) Mit Mitstreitern in einer Lerngruppe fällt das Lernen leichter.
x.) Hilfe von außen: Oft reichen ein paar Stunden Einzelunterricht, damit der Knoten platzt.
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