24.10.2017, 10:12 Uhr

Fußgänger: Jetzt ist besondere Vorsicht angesagt

Reflektoren bieten erhöhte Sicherheit an dunklen Tagen. (Foto: KFV)

Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse ist die Zeit bis Jänner für Fußgänger besonders gefährlich. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt Tipps für bessere Sichtbarkeit.

Ein Blick auf die Unfalldaten zeigt: Mehr als 1.200 Fußgängerunfälle ereigneten sich im Vorjahr bei schlechten Sichtverhältnissen, wie Dämmerung oder Dunkelheit bzw. schlechter Straßenbeleuchtung – rund 59 Prozent davon in den Monaten Oktober bis Jänner. Das bedeutet, dass in diesen Monaten pro Tag sechs Fußgänger bei schlechter Sicht verunglücken. Schuld an der oftmals schlechten Erkennbarkeit von Fußgängern und Radfahrern ist, dass sich bei Dämmerung und im Dunkeln die Fähigkeit des menschlichen Auges, Objekte wahrzunehmen, erheblich verringert. Autofahrer können daher besonders Fußgänger im Dunkeln nur sehr schlecht erkennen und daher erst spät reagieren.

Gefährlicher Irrtum

Ein Fußgänger mit reflektierender Kleidung ist bei Abblendlicht vom Autofahrer bereits aus rund 150 Metern Entfernung deutlich zu erkennen – ein dunkel Gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern. „Fußgänger sehen zwar hell beleuchtete Kraftfahrzeuge bereits von weitem, aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass man in der Dämmerung oder im Dunkeln von Fahrzeuglenkern ebenfalls automatisch wahrgenommen wird – egal wie gut sichtbar man sich selbst fühlt“, sagt KFV-Verkehrssicherheitsexperte Klaus Robatsch. „Durch das Tragen von sichtbarer, heller Kleidung und Reflektoren kann das Unfallrisiko um beinahe 50 Prozent gesenkt werden.“

4 von 10 Kindern schlecht sichtbar

Einem besonderen Risiko sind die jüngsten Verkehrsteilnehmer ausgesetzt. Oft legen Kinder ihren Schulweg – ob als Fußgänger oder Radfahrer – im Dunkeln zurück. Aufgrund  ihrer Größe sowie ihres oft unvorhersehbaren Verhaltens sind sie zusätzlich eine große Risikogruppe für Unfälle. Eine aktuelle Erhebung des KFV zeigt, dass rund 39 Prozent der Kinder weder helle Kleidung noch Reflektoren tragen, Warnwesten werden nur von etwa vier Prozent der Kinder verwendet. Je älter ein Kind wird, desto weniger ist es mit Reflektoren & Co ausgestattet. Im Erwachsenenalter sinkt die Bereitschaft sich sichtbar zu kleiden weiter ab. 72 Prozent der Personen zwischen 25 und 64 Jahren tragen weder gut sichtbare Kleidung noch Reflektoren. „Häufige Gründe für den Verzicht auf gut sichtbare Kleidung sind modische Aspekte und Eitelkeit. Hier gilt es das Bewusstsein für das Unfallrisiko durch schlechte Sichtbarkeit zu schärfen“, so Robatsch.

Auch Radfahrer betroffen

Neben den Fußgängern sind auch Radfahrer in den dunkleren Monaten schlechter sichtbar und damit auch einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Hier empfiehlt das KFV, die Beleuchtung am Fahrrad bei Dämmerung bzw. Dunkelheit unbedingt einzuschalten. Im Rahmen der aktuellsten Beobachtung des KFV musste hier allerdings festgestellt werden, dass beinahe jeder vierte Radfahrer trotz schlechter Lichtverhältnisse ohne Beleuchtung bzw. nicht eingeschalteter Beleuchtung unterwegs ist.

Sicherheitstipps für die dunkle Jahreszeit

• Die Kleidung von Kindern aber auch Erwachsenen sollte so hell wie möglich sein.
• Schultaschen und Rucksäcke sollten auffällige, helle Farben haben und mit reflektierenden Elementen ausgestattet sein.
• Reflexmaterialien sollten in der Höhe des Streuwinkels des Abblendlichtes getragen werden. Bei Kindern sollte der ganze Körper, von den Schuhen bis zum Oberkörper, reflektierende Elemente aufweisen.
• Reflektoren sollten rundum strahlen, um Fußgänger auch seitlich sichtbar zu machen.
• Reflektierende Kleidung alleine nützt nichts, wenn man sich nicht sicherheitsbewusst verhält. Fußgänger sollten daher immer Blickkontakt mit dem Autofahrer halten.
• Fahrzeuglenker sollten insbesondere nach Einbruch der Dämmerung im Bereich von Schulen, Einkaufszentren oder Märkten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren.
• Wenn Fußgänger eine Straße queren, sollte das insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit nur an gesicherten Stellen geschehen. Ampelanlagen, Schutzwege, Über- und Unterführungen bieten zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit.
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