03.07.2012, 11:23 Uhr

Kunstuniversität Linz - LITTLE FLOWER Dorfentwicklung Sunderpur, Region Bihar / Indien

Die im Dorf hergestellen, farbenfrohe Schals werden zur Unterstützung des Dorfes in Österreich verkauft. fotocredit: Construction team »Little Flower« / BASEhabitat (Foto: BASEhabitat)
Linz: Architekturforum Oberösterreich | LITTLE FLOWER
Ausstellungseröffnung
4. Juli 2012, 19.00 Uhr (bis 20.7.)
Kellergewölbe des afo – Architekturforum OÖ
Herbert-Bayer-Platz 1, 4020 Linz

Einleitende Worte: Claudia Vilanek, Projektleiterin Little Flower / Clemens Quirin, BASEhabitat, Kunstuniversität Linz / Sebastian Vilanek, Architekturstudent an der Kunstuniversität Linz

Dorfentwicklung Sunderpur, Region Bihar / Indien
Im Februar 2012 reiste ein Gruppe von Studierenden der Architektur an der Kunstuniversität Linz nach Sunderpur, Bihar in Indien um dort eine Dorfanalyse durchzufuhren. Dabei wurden Gebäudestrukturen, Wohnformen und sozialen Räume aufgenommen und analysiert, vor allem aber in intensiven Gespräch mit den BewohnerInnen der Status Quo, Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert. In einem ersten Kurz-Projekt – gemeinsam mit den DorfbewohnerInnen – konnten dringend benötigte, kleine Badehäuser realisiert werden.
Das kleine Dorf Sunderpur hat sich aus einem Projekt zur Behandlung der Lepra entwickelt und besteht bereits seit 1981. Im Laufe der Jahre ist die Bevölkerung des ehemaligen Lehmhuttendorfs auf über 700 Personen angewachsen. Die Zahl der Lepra-Patienten verringert sich durch die verbesserte medizinische Versorgung hingegen stetig. Das Dorf besteht inzwischen aus einem heterogenen Konglomerat an Wohnhäusern, Schulen, einem Krankenhaus, Internats-Gebäuden, einer Moschee, einem Hindi-Tempel, einem Kirchenraum, einem Kuhstall mit Molkereibetrieb und einer Seidenweberei. Diese Strukturen behindern sich selbst im Ausbau, sodass die Gebäude, wenn sie den Anspruchen nicht mehr genügen meist ungenützt zurück bleiben. Es bedarf neuer Nutzungs- und Umnutzungskonzepte, sowie einer Sanierung bzw. Ergänzung und Erneuerung der mittlerweile beeinträchtigten Gebäudesubstanz. Zum jetzigen Zeitpunkt steht das Dorf an einer Entwicklungs-Schwelle. Die alten politischen Strukturen lösen sich zunehmend und die jüngere Generation sucht mit ihrer Kreativität und Motivation nach neuen Wegen. Gemeinsam mit Kabita Bhattarai (Leiterin des Projekts seit August 2011) werden langsam aber sicher neue Wege beschritten um das Dorf, das seit 1983 ausschließlich durch Spendengelder und ausländischer Unterstützung getragen wird, auf eigene Füße zu stellen.

Zurück in Österreich erarbeiteten die Studierenden einen Dorfentwicklungsplan. Es entstanden zudem konkrete Entwurfe für eine neue Weberei, einen Werkhof, ein Milchwirtschaftsgebäude, Wohnungen fur Lehrer und Um- und Ergänzungsbauten zu bestehenden Wohnhäusern. Durch Verwendung lokaler, tradierter Materialien (Lehm und Bambus) und dem Einsatz einfacher Baumethoden kann ein hoher Grad an lokaler Wertschöpfung erreicht werden. Im Oktober 2012 soll mit der Realisierung des ersten Bauwerks „Lehrerwohnen“ begonnen werden. Eine angemessene Unterkunft ist fast Grundvoraussetzung, um ausgebildete LehrerInnen aus Indien anzuwerben. Diese LehrerInnen sind notwendig um das Bildungssystem und damit den Bildungsgrad im Dorf zu verbessern.

www.littleflower.at: Projektbeschreibung der Dorfinitiative
www.littleflower-india.org: Aktuelle Entwicklungen und Ablauf des Architekturprojektes
www.basehabitat.org

Kooperations-Partner: Little Flower und BASEhabitat, Kunstuniverität Linz
Entwurfs- und Analyseteam: Modelle und Plandarstellungen sind das Ergebnis des selbst initiierten Semesterprojektes „Little Flower“ im Sommersemester 2012 der Studierenden Felix Ganzer, Iris Nöbauer, Seabastian Vilanek und Jomo Zeil. Weitere Beteiligte der Dorfanalyse: Marcus Bruckner und Corinna König
Entwurfsbetreuung: Univ.-Prof. Roland Gnaiger, Univ.-Ass. Clemens Quirin, Ass.-Prof. Michael Zinner
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