05.12.2017, 12:58 Uhr

Linzer vertritt Österreich beim Songcontest

Der 34-jährige Cesár Sampson ist gebürtiger Linzer. (Foto: Mahir Jahmal)
Ein Linzer wird im kommenden Jahr Österreich beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten. Cesár Sampson wurde von einem Team aus Musikexperten ausgewählt, auf eine Castingshow hat der ORF heuer verzichtet. Der 1983 geborene Sampson ist Sänger, Produzent und Texter. Der Vollblut-Musiker kann bereits auf eine gewisse Erfahrung mit dem ESC zurückblicken. So war er Teil des Produzentenkollektivs "Symphonix International". Dieses zeichnete für den diesjährigen Beiträg des bulgarischen Kandidaten Kristian Kostow verantwortlich. "Beautiful Mess" erreichte Platz zwei beim ESC 2017 in Kiew. Sein eigenes Lied, mit dem der Linzer beim ersten oder zweiten Halbfinale des Song Contest antreten wird – die Auslosung für den Startplatz steht noch aus – wird erst Anfang 2018 veröffentlicht. Auf jeden Fall will der Musiker damit das Finalticket für Österreich lösen.

Stimmiges Gesamtpaket

Bei Sampson stimme "das Gesamtpaket", so Eberhard Forcher, der Mitglied des Auswahlteams war: "Mit seiner dunklen Soul-Stimme und einem Background, der zugleich im klassischen Gospel wie auch im Electronic Pop der Gegenwart liegt, hat er genau das zur Verfügung, was ihn zu einer Stand-out-Marke im Wettbewerb machen könnte." Cesár Sampson singt bereits seit seiner Kindheit, die Stimme ist sein "am weitesten entwickeltes Instrument": "Das ist das Resultat einer langen Reise. Ich habe schon mit einem guten Instrument angefangen, aber als Kind habe ich das noch nicht richtig verstanden. Ich habe zwar immer gut gesungen, aber mit dem Bewusstsein und der Erfahrung, die ich jetzt habe, ist das schon etwas ganz anderes." Zugang zur Musik fand der Linzer über die Rhythmik: "Ich war von Natur aus ein guter Percussionist – das war auch das Erste, was ich lange vor dem Singen professionell gemacht habe. Auch beim Songwriten achte ich auf die Sprachmelodie, ich rhythmisiere etwas mit dem Mund, bis mir die Worte kommen.“

Hinter den Kulissen

Der 34-Jährige wollte jedoch mehr als nur Musik machen: "Ich hatte einen Punkt in meinem Schaffen, an dem ich draufgekommen bin, dass ich nicht nur Künstler sein wollte, sondern einen tieferen Sinn gesucht habe. Ich habe mich dann rund sechs Jahre der Sozialarbeit gewidmet und bin danach mit einem ganz anderen Zugang zur Musik zurückgekommen.“ Im Alter von 17 Jahren begann er, mit klingenden Namen der Wiener Alternative-Szene, wie etwa Kruder & Dorfmeister oder Sofa Surfers, die Welt zu bereisen. Danach zog es ihn vorwiegend hinter die Kulissen des Musikbusiness. Während dieser Zeit war er als Songwriter und Texter an internationalen Produktionen verschiedenster Musikrichtungen beteiligt. Unter anderem schrieb er Louie Austens Album „What a Comeback“.


Authentischer Künstler

ORF-Programmdirektorin freut sich über die Wahl Sampsons zum österreichischen Vertreter: „Cesár lebt Musik und ist ein empathischer Künstler! Er weiß genau, wie er seine Stimme einsetzt – und zwar sowohl als Sänger als auch als Mensch. Seine Musikalität, sein Brennen für seine Kunst und sein ganzheitlicher Zugang zu seiner Musik sind ansteckend. Er ist gleichermaßen authentisch wie einzigartig – einfach ein großartiger österreichischer Künstler, der unser Land in Lissabon stolz machen wird.“


Los geht’s am 8. Mai

Der nächste ESC findet in Portugal statt, nachdem Salvador Sobral mit der Ballade "Amar Pelos Dois" in Kiew gewonnen hatte. Unter dem Motto "All Aboard!" (Alle an Bord!) treten in Lissabon Teilnehmer aus 43 Ländern an. Start ist am 8. Mai mit dem ersten Semifinale, das zweite folgt am 10. Mai. Am 12. Mai findet dann das Finale statt. Am 6. Dezember ist Cesár Sampson um 17.30 Uhr bei "Daheim in Österreich" auf ORF2 live zu Gast.

Kleine Hörprobe: Cesár Sampson zu Gast bei "Electric Church" im Linzer Mariendom:

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