28.11.2017, 00:00 Uhr

Linzerin engagiert sich für Blinde in Afrika

Marion Draxler (l.) mit Kindern und zwei Kolleginnen in Hawassa. (Foto: Licht für die Welt)
Marion Draxler aus Linz-Urfahr ist seit knapp fünf Jahren für die österreichische Hilfsorganisation "Licht für die Welt" im Einsatz. Diese setzt sich für die Heilung von Blindheit und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in den Armutsgebieten der Erde ein. Erst Anfang November kam die 30-Jährige von einem Einsatz in Äthiopien zurück. „Fast die Hälfte der 36 Millionen blinden Menschen dieser Erde könnte geheilt werden“, weiß Draxler. In Entwicklungsländern ist Grauer Star die häufigste Ursache für Blindheit. Dabei kostet die Augenlicht rettende Operation am Grauen Star nur etwa 30 Euro und ist in 15 Minuten durchführbar. Leider fehlt es jedoch oft an finanziellen Mitteln, ausgebildeten Ärzten, Spitälern und Medikamenten.

Hautnah dabei

„,Licht für die Welt’ ermöglicht mit den Spenden aus Österreich einerseits Operationen, sorgt aber auch für den Aufbau von Spitälern und die Ausbildung von Ärzten, um nachhaltige Hilfe sicherstellen zu können“, so die engagierte Linzerin. Sie besuchte das Europgymnasium Auhof und die HLW Linz Auhof. Anschließend studierte sie Politikwissenschaft in Linz und Norwegen. Heute leitet sie das PR-Team von "Licht für die Welt". Im November 2017 war sie bereits zum zweiten Mal im Rahmen ihrer Arbeit in Äthiopien unterwegs. Dort überzeugte sich Draxler selbst von der Wichtigkeit und Wirkung der Arbeit von "Licht für die Welt" überzeugen. Sie war etwa hautnah dabei bei einer Operation am Grauen Star und besichtigte die medizinischen Geräte. Menschen mit Behinderung sind dort in den Arbeitsprozess integriert und fertigen Brillen an. Die Linzerin besuchte außerdem eine Schule in Hawassa, in der – dank der Unterstützung von "Licht für die Welt" – die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung Stück für Stück verwirklicht wird. Durch eine spezielle Ausbildung der Lehrer und eine Vorbereitungsklasse werden Kinder mit Behinderung auf den Regelunterricht vorbereitet und voll inkludiert.

Leben in der Gemeinschaft

Besonders beeindruckt war Draxler von einem neunjährigen Bub, der mit seiner Mutter in Hawassa lebt. Als Kleinkind hatte er starke O-Beine und konnte kaum gehen. Langsam gelang es den Mitarbeitern von "Licht für die Welt" und den Partnern die Mutter zu überzeugen, ihren Sohn in ein Rehabilitationszentrum zu bringen. Anfangs hatte sie Angst, dass man ihren Sohn stehlen und verkaufen würde. Nach und nach fasste die Mutter Vertrauen und heute kann er gehen und sich viel besser fortbewegen. Er spielt mit seinen Freunden Fußball und will Arzt werden, wenn er erwachsen ist. Die Mutter bekam sogar einen kleinen Kredit, mit dem sie einen Verkaufsstand aufmachte und kann jetzt ihre Familie damit ernähren. Sie engagiert sich jetzt selber als Helferin und geht mit den Mitarbeitern in die Dörfer, um Kinder mit Behinderung zu finden, die oft aus Scham über Jahre versteckt werden. Die Organisation "Licht für die Welt" und ihre Partner inkludieren diese Kinder im Rahmen eines ganzheitlichen, gemeindenahen Konzepts in die Gemeinschaft. Dies umfasst nicht nur Rehabilitation sondern auch Schule, Berufsausbildung, soziale Teilhabe und die Stärkung ihrer Rechte und ihres Selbstbewusstseins.
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