14.11.2017, 12:16 Uhr

Naturschutzbund fordert Erhalt und Unterschutzstellung der Schlägler Allee

© Naturschutzbund OÖ.
Aigen Schlägl: Baureith | Alleen sind für unsere Kulturlandschaft von unschätzbarem Wert: Sie sind ein unverwechselbares Wahrzeichen der Region und bieten Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinsäuger, vor allem wenn alte Bäume vorhanden sind. Durch ihren wohltuenden Schattenwurf und der schadstofffilternden Wirkung ihrer Blätter sind sie auch für uns Menschen von großer Bedeutung. In Oberösterreich sind nur noch wenige Alleen erhalten und daher besonders schützenswert. In Aigen-Schlägl sollen nun Teile der Schlägler Allee gefällt werden. Der Naturschutzbund spricht sich dagegen aus und fordert die Unterschutzstellung und Ausweisung als Naturdenkmal.

In der Gemeinderatssitzung Anfang November hat der Gemeinderat mehrheitlich für die Fällung der alten Alleebäume nach dem Bahnübergang Richtung Baureith beschlossen, gegen den Widerstand der Opposition. Auch der Naturschutzbund spricht sich gegen das Fällen der Schlägler Allee aus.

Alte Bäume sind nicht einfach durch junge Bäume zu ersetzen, so der Naturschutzbund. Sie spenden Schatten, filtern Schadstoffe aus der Luft und produzieren Sauerstoff. Gleichzeitig stellen alte Bäume einen eigenen Lebensraum für sich dar: Flechten und Moose besiedeln im Laufe der Zeit die rissige und raue Borke der Baumriesen. Zahlreiche Vogelarten können in den ausladenden Kronen der Bäume ihre Nester bauen. In Baumhöhlen finden Fledermäuse Unterschlupf. Zusätzlich stellen Alleen vernetzende Elemente in der Kulturlandschaft und Leitlinien für wandernde Tiere dar. Bis ein junger Baum all diese Funktion erfüllen kann, vergehen mehrere Jahrzehnte.

Die Sicherheit für Spaziergänger und Autofahrer ist in Alleen von oberster Priorität. Nicht jeder alte Bäum stellt aber an sich ein Sicherheitsrisiko dar. Stieleichen können ein Lebensalter von über 1.000 Jahren erreichen. Auch Linden, Rotbuchen und andere heimische Baumarten können mehrere hunderte Jahre alt werden.
Schlechter ist es derzeit leider auf Grund des Eschentriebsterbens um die Esche bestellt. Das Eschentriebsterben stellt aber vor allem im Wald ein großes Problem dar. Eschen in Alleen sind hingegen oft in geringerem Ausmaß betroffen, da vor allem im geschlossen Wald die Infektionsbedingungen für den Eschentriebsterben-Erreger günstig sind. Eine gewissenhafte Prüfung der Eschen ist Voraussetzung, erkrankte Bäume könnten einzeln entnommen und durch andere, heimische Baumarten ersetzt werden.

Gerade vor einer bevorstehenden Landesgartenschau wäre es wichtig, dieses landschaftsprägende Element zu erhalten. Alten Baumalleen sind auch wichtiges Kulturgut und Markenzeichen einer Region. Brachialmethoden, wie das Umlegen einer ganzen Allee, sind vehement abzulehnen.
Der Naturschutzbund fordert daher eine genaue Prüfung jedes einzelnen Baumes durch unabhängige Sachverständige vor der Fällung und den Erhalt möglichst vieler der alten Bäume.

Laut OÖ. Naturschutzgesetz sind Naturdenkmäler erhaltungswürdige Objekte, die einen besonderen Seltenheitswert besitzen, die Landschaft prägen oder auch kulturelle Hintergründe besitzen. All dies gilt für die Allee in Aigen-Schlägl. Der Naturschutzbund fordert daher die Ausweisung der Schlägler Allee als Naturdenkmal.

Zum Thema Eschentriebsterben ist folgende Broschüre erschienen: https://www.salzburg.gv.at/agrarwald_/Documents/Es...
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