07.12.2017, 09:16 Uhr

Schafe für den Naturschutz

© David Priller
Eine Beweidung mit Nutztieren wie Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen kann sich sehr positiv auf die Artenvielfalt auswirken. Die Stiftung für Natur des Naturschutzbundes startete deshalb jetzt ein Beweidungsprojekt mit Schafen und setzt dabei auf die Kooperation mit der Landwirtschaft.

Bei einer extensiven Beweidung erhöht sich im Vergleich zu einer Mahd die Strukturvielfalt: Kleinräumig unterschiedlich hohe Vegetation sowie offene Bodenstellen durch Trittverletzungen entstehen. Die offenen Bereiche sind wichtige Keimstellen für Pflanzen. Aufgrund der stärkeren Erwärmung bei Sonnenschein nutzen viele Schmetterlingsraupen, Heuschrecken und andere Kleintiere die bewuchsfreien Stellen. Da Schafe und andere Haustierarten nicht jede Pflanzenart gleich gerne fressen und manche Arten sogar ganz meiden, da sie giftig für sie sind oder schlecht schmecken, profitieren solche Pflanzen von einer Beweidung. Dazu gehören Arten, die heute in Oberösterreich akut vom Aussterben bedroht sind, wie die Küchenschelle und der Böhmische Kreuzenzian.

In Kooperation mit dem Landwirt Thomas Spindler wurden diesen Herbst die von der Stiftung für Natur betreuten Flächen in Steyr und Luftenberg erstmals mit Schafen beweidet. Im kommenden Jahr soll dieses Projekt auf andere Flächen ausgedehnt werden sowie die Beweidung die Mahd ganz oder teilweise ersetzen. Die Biologen der Stiftung begleiten das Beweidungsprojekt, damit ein größtmöglicher positiver Effekt auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten erzielt werden kann. Wichtig bei einer Beweidung sind die Dauer und die Anzahl der Tiere. Zudem soll nicht zugefüttert werden, damit es zu keiner Nährstoffanreicherung kommt.

Auf einer Fläche in Luftenberg kommt der Matte Pillenwälzer vor, eine in Oberösterreich vom Aussterben bedrohte Käferart, die sich von Kot ernährt, wobei Schafkot bevorzugt wird. Zum Schutz dieses Käfers dürfen die Schafe kurz vor bzw. während der Beweidung auf dieser Fläche nicht entwurmt werden, da die hier eingesetzten Mittel für den Pillenwälzer tödlich sein können.

Die vom Naturschutzbund Oberösterreich vor 5 Jahren gegründete Stiftung betreut in ganz Oberösterreich derzeit Grundstücke im Ausmaß von ca. 400 ha. Das Ziel ist es, auf diesen Flächen seltene Tier- und Pflanzenarten sowie besondere Lebensräume zu erhalten und zu fördern.
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