25.09.2014, 09:29 Uhr

Schule im Spital

Durch das neue Schulangebot haben auch Jugendliche außerhalb des Pflichtschulalters die Möglichkeit, Unterricht zu besuchen. (Foto: Peter Atkins/Fotolia)
Wer längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss und die Pflichtschule abgeschlossen hat, hatte bisher keine Möglichkeit, aktiv an einem Unterricht im Spital teilzunehmen. Zur Krankheit kam damit noch der Druck, den Anschluss und die Klassenkollegen zu verlieren. Im schlimmsten Fall drohten soziale Isolation oder der Schulabbruch. Eine neue Schule, die vom Schulverein der Kreuzschwestern ins Leben gerufen wurde, will das jetzt ändern. Damit haben Schüler der neunten bis 12./13. Schulstufe die Möglichkeit, kostenlos Unterricht zu besuchen.

Unterricht am Krankenbett

Die Eltern und Schüler werden von einer Kontaktperson im Krankenhaus über das Angebot der "Höheren Schule im Spital" (HIS) informiert. Die nötigen Informationen wie Schule, Schulstufe, gewünschte Gegenstände etc. werden abgefragt und die zuständigen Pädagogen kontaktiert. Üblicherweise sind die Lehrer der Stammschule bereit, den Unterricht zu übernehmen. Ist das nicht möglich, springen Lehrpersonen aus anderen Schule ein. Der Unterricht ist eine Mischung aus Schul- und Nachhilfeunterricht. Er erfolgt entweder direkt am Krankenbett oder in einem vom Krankenhaus zur Verfügung gestellten Unterrichtsraum, in Form von Einzel- und Doppeleinheiten á 50 Minuten. Der Unterricht richtet sich nach dem Gesundheitszustand der Patienten und versucht, sowohl neue Medien wie das iPad als auch herkömmliche Unterrichtsmaterialien zu verwenden. "Technik wird zur Unterstützung der individuellen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Auf unterschiedliche Begabungen und Neigungen kann differenziert eingegangen werden. Die Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe einer adäquaten Ausstattung ihren Lernfortschritt selbst steuern. Dabei steht das Internet einerseits als eLearning-Tool zur Informationsbeschaffung, andererseits als Medium für Koordination und Kooperation zur Verfügung", sagt Fritz Enzenhofer, Präsident des Landesschulrates.

Der Lernfortschritt wird durch persönliche Aufzeichnungen der Lehrpersonen der HIS dokumentiert. Testmaterial wird von den Stammschulen geschickt, im Spital unter Aufsicht der HIS-Pädagogen erarbeitet und zur Benotung an die Stammschule gesendet. Dort werden auch die Zeugnisse ausgestellt. Der Unterricht ist für die Jugendlichen gratis. Da die HIS eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht ist, werden die Kosten von der öffentlichen Hand getragen.

Mehr Infos erhalten Sie online unter www.his-ooe.at oder telefonisch unter 0699/14310060
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