04.10.2017, 15:18 Uhr

"Wäre sehr froh über eine Lehrausbildung"

Generaldirektor Heinrich Schaller im Gespräch mit Verena Past über den Stellenwert der Lehre bei Raiffeisen OÖ.

Lehrlingsredakteurin Verena Past interviewt Raiffeisenlandesbank-Generaldirektor Heinrich Schaller.

Past: Seit wann gibt es die Lehrausbildung in der Raiffeisenlandesbank OÖ (RLB) und wie viele Lehrlinge sind schon ausgebildet worden?
Schaller: Seit 1972 gibt es die Lehrausbildung. Derzeit haben wir 29 Lehrlinge in der RLB, insgesamt wurden hier 520 Lehrlinge ausgebildet. Inklusive aller Raiffeisenbankfilialen Oberösterreichs sind es 1.567.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Lehrlingen gemacht?

Ausgesprochen gute. Fast alle sind sehr engagiert, wissbegierig und machen gerne die Ausbildung. Und immer dann, wenn die Motivation stimmt, ist auch die Leistung von den jungen Leuten eine wesentlich höhere und bessere nach ihrem Lehrabschluss. Mit dem Abschluss der Lehre hört das Lernen aber natürlich nicht auf. Auch während des Berufslebens werden laufend weitere Ausbildungsmaßnahmen gesetzt, die sehr gut angenommen werden. Die Lehre ist aber ein wirklich guter Grundstock für das weitere Lernen im Bankgeschäft.

Warum ist es wichtig, in der Raiffeisenbank Lehrlinge aus- und weiterzubilden?
Weil man bei der Lehre ein sehr breit gefächertes Grundbankwissen bekommt. Und ich merke immer wieder, je breiter eine Ausbildung ist, desto engagierter und vielseitiger einsetzbar sind auch die Leute. Genau dieses Fundament kann die Lehre vermitteln.

Welche Chancen haben die Lehrlinge in Ihrem Unternehmen, aufzusteigen?
Es gibt Lehrlinge, die machen Lehre mit Matura. Einige studieren nach der Lehre auch weiter. Ich sehe das immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil es mir gefällt, wenn sich Leute weiterbilden; weinend, weil man gute Leute verliert. Es kommt aber immer wieder vor, dass sie nach dem Studium wieder zu uns zurückkommen. Und das ist dann eine optimale Kombination. Ich kenne aber auch einige Leute bei uns im Haus, die mit Lehre richtig gute Karriere gemacht haben, bis hin zum Bereichsleiter.

Hätten Sie persönlich auch einmal eine Lehre in Betracht gezogen?

Ich gebe zu, dass ich nicht darüber nachgedacht habe, weil ich sehr früh wusste, in welche Richtung ich gehen will, darum habe ich studiert. Aber ich wäre über eine Lehrausbildung durchaus sehr froh.

Haben Sie Ihren Kindern eine Lehre empfohlen?

Natürlich redet man auch mit den Kindern darüber, was sie eventuell weitermachen wollen. Da sage ich immer, dass es die Möglichkeit einer Lehre auch gibt. Bis jetzt haben sich zwei für ein Studium entschieden und einer hat eine Tanz-#+ausbildung gemacht, der ist Balletttänzer. Und beim Jüngsten werden wir es sehen. Er hat die Matura gemacht und absolviert gerade seinen Zivildienst. In welche Richtung es gehen wird, weiß er noch nicht genau. Dass die Möglichkeit besteht, eine Lehre zu machen, weiß er, und wir werden sehen, wie er sich entscheidet.

Was sollte ein Lehrling unbedingt mitbringen?

Freude am Lernen, Freude an der Arbeit und Interesse an dem, was man tut.
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