22.10.2014, 13:09 Uhr

Wildwechsel gibt es sogar auf der A7

Flüchtender Rehbock (Foto: Landesjagdverband OÖ)

Der Herbst erfordert besondere Vorsicht im Straßenverkehr. Die Gefahr des Wildwechsels steigt.

BEZIRK (fog). Mit dem Abmähen der Maisfelder verlieren die Tiere ihren sicheren Einstand und suchen nach neuem Lebensraum. Damit steigt die Gefahr des Wildwechsels, warnt die Jägerschaft. Auch entlang von Waldrändern, insbesondere in der Stoßzeit am Abend ist Vorsicht geboten. Denn in der Dämmerung sind die Tiere besonders aktiv.

Enormes Aufprallgewicht
Im Jagdjahr 2013/14 sind laut Landesjagdverband zirka 700 Rehe im Bezirk sogenanntes Fallwild. Das heißt, diese Tiere starben entweder durch Krankheit, Hunderiss, Mähen oder aber auch im Straßenverkehr. Genau 233 Rehe sind in einem Jahr auf den Urfahraner Straßen verendet.
Wildunfälle gibt es natürlich auch mit Hasen, Fasanen, Füchsen oder Madern, aber der Zusammenstoß mit einem Reh oder gar einem Wildschwein ist natürlich bedeutend heftiger. Das Aufprallgewicht eines Wildschweins mit 80 kg auf ein 50 km/h schnelles Auto beträgt zwei Tonnen. An der A7-Auffahrt Treffling rammte vor einiger Zeit eine Pkw-Lenkerin eine Wildsau mit 100 kg.

Gefahrenzeichen beachten
Laut dem stellvertretenden Polizeibezirkskommandanten Erwin Pilgerstorfer zählen zu den drei absolut gefährlichsten Streckenabschnitten die Alte Linzerstraße im Bereich des Truppenübungsplatzes Treffling, die Gusentalstraße zwischen Gallneukirchen und Reichenau sowie die B126 zwischen Zwettl und Bad Leonfelden. "Das Gefahrenzeichen ,Achtung Wild’ wird viel zu wenig beachtet", warnt Pilgerstorfer. Die Verkehrstafeln seien nicht zufällig dort aufgestellt worden, wo sie stehen, betont der Polizist. Einer der grausigsten Unfälle, so der Kommandant, hätte sich vor etwa zwei Jahren auf der B3 in Steyregg ereignet, als ein Auto eine hochträchtige Rehgeiß rammte, die zwei Rehkitze im Bauch hatte.

Wildwechsel auf A7
Auch auf der Mühlkreisautobahn (A7) zwischen Katzbach und Unterweitersdorf gibt es Wildwechsel. "Wir können die Autobahn auch mit Zäunen nicht wilddicht machen, weil die Zu- und Abfahrten offen sind", sagt Bezirksjägermeister Franz Burner. Etwas weniger Wild sei auf die A7 gekommen, indem die Wildzäune näher zur Fahrbahn versetzt wurden.

Wildwarngeräte helfen
Laut Landesjagdverband konnte die Zahl des Kfz-Fallwilds in OÖ in den vergangenen drei Jahren durch mehr Abschüsse, aber auch durch optische und akustische Wildwarngeräte verringert werden. Auf den rund 150 Teststrecken sind Wildunfälle im Schnitt um 75 Prozent zurückgegangen. "Die Wildwarngeräte, die wir mit der Straßenmeisterei auf gefährlichen Strecken in meiner Gemeinde aufgestellt haben, bewähren sich", sagt der stellvertretende Bezirksjägermeis- ter und Oberneukirchner Bürgermeister Josef Rathgeb.
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 22.10.2014 | 13:10   Melden
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