10.11.2017, 18:38 Uhr

Gerstorfer präsentiert Ergebnisse der Evaluierung im Rahmen des "Sozialressort 2021+"

Soziallandesrätin Gerstorfer präsentierte gemeinsam mit Christian Schober von der WU Wien die Ergebnisse der externen Evaluierung. (Foto: Land OÖ/Stinglmayr)

Wenig Raum für Einsparungen: So lautet das Fazit der Studie für das Sozialressort.

OÖ. Seit März beschäftigten sich 13 Forscher und Wirtschaftsprüfer des Kompetenzzentrums für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) und der Contrast Ernst & Young Management Consulting GmbH mit der Überprüfung des oberösterreichischen Sozialressorts. Durchgeführt wurde dies als Teil des Projekts "Sozialressort 2021+". Das Ziel war es, Maßnahmen zu finden, um aus dem Ressort ein Vorbild für Wirkungsorientierung, für eine schlanke Verwaltungsführung und Transparenz zu machen. Nun liegen die Ergebnisse der externen Studie vor:

Während die Studie das oberösterreichische Sozialsystem grundsätzlich als gut beurteilte, gab es vor allem für die Finanzierungssysteme viel Kritik. Diese seien sehr kompliziert und nicht einfach zu handhaben. Um dies zu ändern, seien Reformen in der Kostenverteilung, der Finanzierung und der Kostentragung notwendig. 

Wenig Potenzial gibt es laut den Experten der Studie bei den Einsparungen: Wenn die Qualität nicht reduziert und Personal nicht abgebaut werden soll, sei lediglich ein Einsparungspotenzial von drei Prozent vorhanden. Nicht bestätigen konnte die Studie den Vorwurf anderer Parteien, dass das Ressort Geld verschwenden würde. 

Eigener Maßnahmenkatalog für mehr Effizienz

Bei der Überprüfung wurden insgesamt 62 Leistungen des Sozialbereichs samt Ausgaben durchleuchtet. Zusätzlich wurde ein eigener Maßnahmenkatalog und zwei Kostenmodelle für das Ressort gestaltet. Die darin enthaltenen Vorschläge sollen helfen, die Effektivität und Effizienz bei der Erbringung der Leistungen zu erhöhen und sollen Ideen liefern, wie die Sozialausgaben in Oberösterreich wirksamer eingesetzt werden können.  

Der entwickelte Katalog umfasst insgesamt 48 Maßnahmenvorschläge: 15 davon sind ressortübergreifende Maßnahmen, fünf Maßnahmen gibt es in Zusammenhang mit dem Chancengleicheitsgesetz, vier Maßnahmen mit dem Sozialhilfegesetz, weiters vier bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung und des Paktes für Arbeit und Qualifizierung sowie 24 weitere leistungsspezifische Maßnahmen im Bereich des Sozialhilfegesetzes und des Chancengleichheitsgesetzes. 

"Die Vorschläge der Wirtschaftsuniversität Wien sowie von Contrast Ernst&Young zeigen uns den Weg in die Richtung einer noch effizienteren und treffsicheren Ressortarbeit. Natürlich werden wir alle Vorschläge auch unter den Vorzeichen der Sparvorgaben im Landesbudget bewerten müssen, jedoch wird die Umsetzung vieler Maßnahmen Anfangsinvestitionen notwendig machen, die derzeit schlicht nicht leistbar sind", sagt Gerstorfer. 
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