07.02.2018, 14:02 Uhr

Kursana: Hälfte noch ohne Betreuungsplatz

138 Senioren brauchen neue Betreuungsplätze. (Foto: Peter Atkins)

1.190 Senioren werden derzeit in Linz in zehn kommunalen Einrichtungen rund um die Uhr betreut.

Im März wird das private Seniorenwohnheim Kursana in Linz-Urfahr geschlossen. Bis dahin brauchen 138 Bewohner eine neue Bleibe. Die Schließung sorgt derzeit für eine politische Auseinandersetzung zwischen Linzer VP und der SP. "800.000 Euro an städtischer Sozialhilfe werden durch die Schließung künftig im Linzer Stadtbudget frei", so VP-Klubobmann Martin Hajart. Das Geld werde von der Stadt künftig in die Finanzierung der Kindergartenbetreuung gesteckt. Da sich der Bedarf an Pflegeplätzen nicht verringert, befürchtet Hajart eine „Versorgungslücke“. Kursana-Bewohner müssten zum Teil in Einrichtungen bis nach Asten ausweichen oder würden mobil weiterbetreut. "Hier werden pflegebedürftige Urfahraner aus ihrem Lebensumfeld gerissen“, so Hajart.

Linz braucht mehr Pflegepersonal

Vizebürgermeisterin und Seniorenreferentin Karin Hörzing (SP) wirft der VP "populistische Angstmache" vor. „Natürlich ist die Schließung eine Herausforderung für die Stadt. Wir sind aber auf einem guten Weg“, versichert Hörzing. Bereits die Hälfte der pflegebedürftigen 126 Kursana-Bewohner haben Plätze in anderen städtischen Senioreneinrichtungen gefunden. Beim Bedarf an Pflegefachkräften sorge die Schließung kurzfristig für Entspannung. Langfristig brauche Linz mehr Pflegepersonal. Derzeit verrichten mehr als 1.000 Beschäftigte Dienst in den zehn städtischen Senioren-Einrichtungen. "Bedarf für ein neues Seniorenzentrum besteht bis 2020 nicht", bezieht sich Hörzing auf eine Studie der Stadtforschung Linz.
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