06.10.2016, 09:14 Uhr

Asylberechtigte starten Lehre in voestalpine

Die Jugendlichen haben im Qualifizierungsprogramm bereits erstes fachliches Rüstzeug mitbekommen. Foto: voestalpine

Zusätzliche Lehrstellen: Fünf asylberechtigte Jugendliche beginnen in Linz Lehre als Prozesstechniker.

LINZ (red). Die voestalpine bildet aktuell 900 Lehrlinge an mehreren Standorten in Österreich aus. Anfang September haben auch 16 asylberechtigte Jugendliche ihre Lehre bei Oberösterreichs größtem Lehrlingsausbildner begonnen. "Ein Unternehmen, dem es gut geht, hat die Pflicht, Menschen, die entwurzelt sind, zu unterstützen. Deshalb haben wir zusätzliche Lehrplätze geschaffen", sagt Generaldirektor Wolfgang Eder. Nach einem sechswöchigen Qualifizierungsprogramm bekommen nun auch fünf Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und dem Irak am Standort Linz eine neue Perspektive. Orwa Shaya aus Syrien ist seit eineinhalb Jahren in Österreich: "Wir haben gelernt, dass Pünktlichkeit sehr wichtig ist. Ich habe vorher schon eine Ausbildung zum Bauingenieur gemacht."

Aussichten auf neues Werk

Die fünf jungen Männer werden als Prozesstechniker ausgebildet und haben gute Chancen, in drei Jahren im kürzlich neu eröffneten Platinen-Werk als Fachkräfte zu arbeiten. "Natürlich würde ich gerne im neuen Werk arbeiten. Ich freue mich, dass ich hier eine gute Chance bekomme", sagt der 17-jährige Shaho Votman aus dem Irak. Auch er zählt zu jenen Jugendlichen, die in einer ersten Schnupperphase durch ihr Engagement und handwerkliches Geschick positiv aufgefallen sind, und später das vertiefende Qualifizierungsprogramm im Ausbildungszentrum in Linz besuchten. Neben der Vermittlung von Soft Skills, wie Pünktlichkeit oder Umgang mit Regeln und Vorgesetzten, lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung von fachlichen Begriffen und Grundfertigkeiten im Metall- und Elektrobereich. Mit theoretischen Tests beziehungsweise Projektarbeiten (Erstellung von Kerzenleuchter oder Blechbehälter) konnte man gut überprüfen, ob die Bewerber die neu erlernten Inhalte gut verarbeiten können. "Unser Ziel ist es, noch weitere geeignete junge Männer zu finden. Vorerst wollen wir insgesamt 30 zusätzliche Plätze vergeben. Ich bin davon überzeugt, dass es eine absolute Bereicherung auf der kulturellen als auch auf der menschlichen Seite ist", so Generaldirektor Eder.

Investition am Standort Linz

Mit dem neu eröffneten Werk wird Linz zum weltweit größten Produktionsstandort von lasergeschweißten Platinen für den Automobilbau. Zusammen mit einer bisherigen Anlage können künftig bis zu 20 Millionen Stück jährlich erzeugt werden. Lasergeschweißte Platinen kommen überall dort zum Einsatz, wo mehr Sicherheit und weniger Gewicht im Fahrzeug gefragt sind. Das heißt nicht nur Premium-Automarken sind wichtige Geschäftspartner für die voestalpine, sondern auch der vielversprechende Markt rund um die Elektroautos.
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