24.01.2018, 11:13 Uhr

Der Gitarrenlehrer am Handy

Vizebürgermeister Bernhard Baier (re.) auf Besuch: "Ein gutes Beispiel, wie Start-ups von Linz aus die Welt erobern."

Das Start-up "fretello", das im Linzer Hafen zu Hause ist, sorgt in der Musikwelt für Furore.

Gitarre lernen mithilfe von künstlicher Intelligenz – so lautet das Versprechen einer App namens "fretello". Das Musik-Start-up ist im Technologiedock der Neuen Werft im Hafen Linz beheimatet. Florian Lettner und Wolfgang Damm, beide Absolventen der Fachhochschule Hagenberg (OÖ), haben das Unternehmen 2016 gegründet. Mittlerweile entwickeln sieben Mitarbeiter das Produkt täglich weiter. Neben dem Büro in Linz gibt es noch eine Zweigstelle in Hallein. Die Zeichen stehen klar auf Expansion. In der Neuen Werft wurde vorab ein weiterer der begehrten Büroräume angemietet. Ab März werden neue Leute gesucht.


Übung macht den Meister

"Unser Zugang ist an die Sportwissenschaft angelehnt", erklärt Florian Lettner den Unterschied zu den zahlreichen Gitarren-Tutorials auf der Streamingplattform Youtube. "In erster Linie ist die Einübung der Bewegungsabläufe wichtig. Dadurch wird das Gitarrenspiel genauer und vielseitiger."
Die App ist als Zusatz zum konventionellen Gitarren-unterricht gedacht. Über das Mikrofon hört das Programm dem Gitarristen zu. Der Fortschritt bei den Übungen wird automatisch erkannt, daraufhin werden dynamische Änderungen am Übungsplan vorgenommen. 14 Tage lang kann der "Gitarrenlehrer für die Hosentasche" gratis getestet werden, danach sind 9,90 Euro im Monat zu bezahlen. Mehr als 60.000 User sind derzeit bei "fretello" registriert. Nach einer ersten Anmeldung wählen User ihre Lieblingsgenres aus. Pop, Rock, Blues und Metal sind im Angebot. Nach einer ersten Tempobestimmung und erfolgter Selbsteinschätzung (Anfänger oder Profi) wird ein personalisierter Trainingsplan festgelegt. Dreimal in der Woche soll für jeweils 20 Minuten zu Gitarre und Telefon gegriffen werden. Am Ende eines Übungsblocks wartet ein persönlicher Lieblingssong als Belohnung. "Die User können dann etwa das ,Sweet Child of Mine’-Gitarrenriff von Guns N’ Roses spielen", so Lettner.

Kooperation mit Sony Music

Die Start-up-Gründung finanzieren Lettner und Damm aus dem Gewinn eines ersten gemeinsamen Projekts für den Kamerahersteller GoPro. Für die nötige Musikexpertise sorgt die Anstellung eines Musiklehrers. Nach einem halben Jahr ist die erste Smartphone-App einsatzbereit. Schnell wurden die Internetriesen Google und Apple auf die App aufmerksam und unterstützen "fretello". Der Download der App wird von den beiden Konzernen aktiv beworben.
"Fretello ist ein gutes Beispiel dafür, wie Start-ups von Linz aus die Welt erobern. Schließlich haben die Macher der Gitarrenlehrer-App bereits bei dem Elektronikriesen Sony angedockt", ist Vizebürgermeister Bernhard Baier (VP) bei einem Besuch vom Erfolg des Unternehmens überzeugt. "Musiker wollen ihre Lieblingssongs spielen. Die rechtliche Lage bei den Urheberrechten zu Musikaufnahmen und Melodien ist komplex. Sony verfügt über einen großen Katalog an Musiklizenzen, den wir unseren Kunden zur Verfügung stellen können", sagt Lettner. Für die Zukunft ist eine Zusammenarbeit mit Rock-Legenden wie dem DragonForce-Gitarristen Herman Li geplant.

Mehr Information zum Start-up, inklusive dem Link zum App-Download, auf https://www.fretello.com/fretello.com
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